Joelina Drews über Papas Rente: Wie Künstler wirklich fürs Alter vorsorgen

Junge Schlagersängerin prüft mit einem Vermögensberater ihre Altersvorsorge-Unterlagen

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Julia Julia RichterVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 21. Juli 2026

Als Joelina Drews im Juli 2026 im Podcast „Drews Cordalis Petry – Kids-Club" darüber plauderte, wie viel Rente ihr Vater Jürgen Drews heute kassiert, war die Schlagzeile schnell geschrieben. Doch hinter der Promi-Anekdote steckt eine Frage, die Hunderttausende Kreative in Deutschland betrifft: Wie sorgen Künstlerinnen, Musiker und Selbstständige fürs Alter vor, wenn kein Arbeitgeber automatisch in die Rentenkasse einzahlt? Für die 30-jährige Sängerin, die 2026 mit ihrer ersten Solo-Single „Durch und durch" den Sprung ins Schlagergeschäft wagt, ist das keine theoretische Frage – sondern der Start in eine jahrzehntelange Selbstständigkeit.

Warum die Rente von Jürgen Drews überhaupt Thema ist

Jürgen Drews, jahrzehntelang einer der erfolgreichsten Schlagerstars des Landes, hat seine Bühnenkarriere weitgehend beendet. Dass seine Tochter öffentlich über seine Altersbezüge spricht, trifft einen Nerv: Viele Fans nehmen an, dass ein Star mit einem Dauerbrenner wie „Ein Bett im Kornfeld" im Alter finanziell sorgenfrei ist. Die Realität im Musikgeschäft ist deutlich komplizierter. Einnahmen schwanken stark, Tantiemen fließen unregelmäßig, und wer nicht früh privat vorsorgt, steht am Ende oft schlechter da als ein Angestellter mit lückenloser Erwerbsbiografie.

Genau hier beginnt für Joelina Drews die eigentliche Herausforderung. Als selbstständige Künstlerin baut sie ihre Karriere von null auf – ohne die automatische Absicherung, die abhängig Beschäftigte kennen.

Die Künstlersozialkasse: der oft übersehene Baustein

Der wichtigste Anker für Kreative in Deutschland ist die Künstlersozialkasse (KSK). Über sie zahlen selbstständige Künstler und Publizisten in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung ein – und das zu Konditionen, die denen von Angestellten ähneln. Der Clou: Versicherte tragen nur rund die Hälfte der Beiträge selbst, den Rest übernehmen ein Bundeszuschuss und die sogenannte Künstlersozialabgabe der Verwerter, also etwa Plattenfirmen, Sender oder Verlage.

Wer als Musikerin, Texterin oder Producerin hauptberuflich tätig ist und über der Mindesteinkommensgrenze liegt, kann sich über die KSK versichern. Für Berufseinsteigerinnen wie Joelina Drews ist das entscheidend, weil so überhaupt erst gesetzliche Rentenansprüche entstehen. Die genauen Voraussetzungen und Meldepflichten regelt die Deutsche Rentenversicherung, die auch die Beitragszeiten dokumentiert – ein Blick in den Rentenversicherungsverlauf lohnt sich für jeden Selbstständigen regelmäßig.

Der Haken: Die gesetzliche Rente allein reicht bei schwankenden Kreativ-Einkommen selten für den gewohnten Lebensstandard. Die KSK ist ein Fundament, kein Vollschutz.

Warum private Vorsorge für Kreative Pflicht ist

Ein Vermögensberater würde einer jungen Künstlerin heute drei Dinge nahelegen. Erstens: eine private Altersvorsorge, die unabhängig von der gesetzlichen Rente Kapital aufbaut – etwa über breit gestreute Sparpläne. Gerade in guten Einkommensjahren sollte ein fester Anteil zurückgelegt werden, um schwache Jahre abzufedern. Zweitens: einen ausreichenden Notgroschen, weil im Musikgeschäft Tourneen platzen, Alben floppen und Engagements ausfallen können. Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem separaten Konto sind das Minimum.

Drittens: die Absicherung der Arbeitskraft. Wer von Stimme, Auftritten und Kreativität lebt, riskiert bei Krankheit oder Unfall den kompletten Einkommensausfall. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb für Künstler oft wichtiger als für Angestellte – und je früher sie abgeschlossen wird, desto günstiger die Beiträge.

Für Joelina Drews, die 2026 zusätzlich TV-Formate wie „Die Verräter" ins Auge fasst und ihre Einnahmequellen diversifiziert, ist genau diese Streuung ein Vorteil. Mehrere Standbeine – Musik, Fernsehen, mögliche Werbedeals – senken das Risiko, von einem einzigen Projekt abhängig zu sein.

Die Falle der Scheinselbstständigkeit und schwankender Einkommen

Ein häufiges Problem im Kreativbereich sind unklare Vertragsverhältnisse. Wer über Jahre nur für einen einzigen Auftraggeber arbeitet, kann in die Nähe der Scheinselbstständigkeit geraten – mit Folgen für Sozialversicherung und Steuer. Wer dagegen echte Selbstständigkeit lebt, muss Einkommensteuervorauszahlungen, Umsatzsteuer und die eigene Vorsorge komplett selbst organisieren.

Gerade in einem Beruf mit stark schwankenden Einnahmen ist eine steuerlich kluge Planung Gold wert. In einkommensstarken Jahren lassen sich Vorsorgeaufwendungen absetzen und Rücklagen bilden, die in mageren Jahren den Lebensunterhalt sichern. Ohne professionelle Planung droht dagegen die klassische Falle: In guten Jahren wird zu viel ausgegeben, in schlechten fehlt das Polster.

Altersarmut trifft nicht nur Unbekannte

Dass selbst bekannte Namen im Alter finanzielle Sorgen haben können, ist kein Klischee. Immer wieder werden Fälle von Musikern bekannt, die trotz früherer Hits im Ruhestand knapp bei Kasse sind – weil Tantiemen versiegen, Verträge ungünstig waren oder schlicht nie privat vorgesorgt wurde. Die Debatte um Jürgen Drews' Rente zeigt beispielhaft, wie wenig planbar ein Künstlerleben finanziell ist.

Für die nächste Generation – und damit auch für Joelina Drews – ist die Lehre klar: Der Ruhm von heute zahlt nicht die Rente von morgen. Nur wer früh, diszipliniert und mit fachlicher Begleitung vorsorgt, sichert sich langfristig ab.

Was Kreative jetzt konkret tun sollten

Wer als Musikerin, Autorin oder freischaffender Kreativer arbeitet, sollte drei Schritte nicht aufschieben. Prüfen, ob eine Aufnahme in die Künstlersozialkasse möglich ist und die Meldungen korrekt laufen. Eine private Vorsorgestrategie aufsetzen, die zu schwankenden Einkommen passt. Und die eigene Arbeitskraft sowie Steuerlast realistisch einplanen.

Ein spezialisierter Vermögensberater kann helfen, aus unregelmäßigen Kreativ-Einnahmen eine tragfähige Altersvorsorge zu formen und teure Fehler zu vermeiden. Wer die eigene finanzielle Zukunft ordnen möchte, findet über Expert Zoom qualifizierte Beraterinnen und Berater, die sich mit den Besonderheiten selbstständiger und künstlerischer Berufe auskennen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Für Ihre persönliche Situation sollten Sie eine fachkundige Beratung in Anspruch nehmen.

Bildnachweise : Dieses Bild wurde mittels künstlicher Intelligenz generiert.

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