Messi mit 38 Jahren in Topform: Was sein Körper über Sport im Alter verrät

Lionel Messi beim Elfmeter-Schuss für Argentinien bei der Fußball-WM 2018

Photo : Voltmetro / Wikimedia

Lena Lena MeyerGesundheit
4 Min. Lesezeit 18. Mai 2026

Lionel Messi, 38 Jahre alt, erzielte am 17. Mai 2026 beim Auftritt von Inter Miami gegen Portland Timbers in der Major League Soccer erneut Treffer und Vorlagen. Was macht das Phänomen eines alternden Weltklassesportlers so medizinisch faszinierend – und was können Amateursportler daraus lernen?

Messi mit 38 Jahren: 11 Tore und 5 Vorlagen in 12 MLS-Spielen

Das Spiel Inter Miami gegen Portland Timbers (Anpfiff: 17. Mai 2026, 21:00 Uhr MEZ) entwickelte sich einmal mehr zu einer Bühne für Lionel Messi. Der argentinische Superstar, der im Juni 2026 seinen 39. Geburtstag feiert, hat in dieser MLS-Saison bereits 11 Tore und 5 Assists in 12 Ligaspielen erzielt – Zahlen, die selbst Spieler im besten Profiufer (25–28 Jahre) selten erreichen.

Inter Miami liegt mit 25 Punkten nur zwei Zähler hinter Tabellenführer Nashville SC in der Eastern Conference. Portland Timbers (14 Punkte) dagegen kämpft im Western Conference am Play-in-Platz. Das Spiel wurde über Apple TV übertragen, das in Deutschland als offizieller MLS-Anbieter fungiert.

Doch die eigentliche Nachricht ist nicht das Ergebnis, sondern Messis körperliche Verfassung – und was sie über modernes Sportmedizin aussagt.

Was passiert im Körper eines Elite-Athleten nach 35?

Ab dem 35. Lebensjahr beginnt bei den meisten Menschen ein messbarer Rückgang der sportlichen Leistungsfähigkeit. Medizinisch betrachtet spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

Muskelmasse und Regeneration: Laut der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention nimmt die Skelettmuskelmasse ab dem 35. Lebensjahr jährlich um etwa 0,5 bis 1 Prozent ab. Gleichzeitig verlängern sich Regenerationszeiten nach intensiver Belastung. Ein 38-Jähriger benötigt nach einem Spitzensport-Match durchschnittlich 20 bis 30 Prozent mehr Erholungszeit als ein 25-Jähriger.

Gelenkknorpel und Verletzungsanfälligkeit: Knie, Hüfte und Sprunggelenke sind bei Fußballern besonders belastet. Das Risiko degenerativer Veränderungen steigt mit dem Alter – ein Grund, warum Sportmediziner für ältere Athleten angepasste Belastungspläne empfehlen.

VO₂max-Werte: Die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit – ein Schlüsselindikator für Ausdauerleistung – sinkt ab dem 30. Lebensjahr pro Dekade um rund 10 Prozent bei inaktiven Personen. Profis wie Messi, die kontinuierlich trainieren, verlangsamen diesen Prozess erheblich.

Dass Messi trotzdem auf Weltklasse-Niveau spielt, erklärt sich durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung, außergewöhnlicher Spielintelligenz und einem professionellen Umfeld, das seine körperlichen Ressourcen schützt.

Was Profi-Clubs tun, um ältere Spieler zu schützen

Inter Miami verfügt über ein spezialisiertes sportmedizinisches Team, das Messis Belastungssteuerung individuell anpasst. Konkret bedeutet das:

  • GPS-basiertes Load-Management: Moderne Tracking-Technologien messen jeden Meter, den ein Spieler im Training und Wettkampf zurücklegt. Überschreitet ein Spieler seine individuelle Belastungsgrenze, greift das Betreuungsteam ein.
  • Ernährungsoptimierung: Ältere Athleten reagieren empfindlicher auf Entzündungsreaktionen nach intensiver Belastung. Anti-entzündliche Ernährungsstrategien (Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien) spielen eine wachsende Rolle.
  • Schlafmanagement: Sportwissenschaftliche Studien zeigen, dass unzureichender Schlaf den Cortisolspiegel erhöht und die Regeneration hemmt. Top-Clubs setzen deshalb auf Schlafprotokolle für ihre Spieler.
  • Individuelle Spielzeit-Planung: Messi spielt nicht jedes Spiel durch; gegen Portland Timbers wird er gezielt eingesetzt, um seine Sprints und explosive Bewegungen für entscheidende Momente zu reservieren.

Was Amateursportler von Messi lernen können

Wer selbst über 35 Jahre aktiv Sport treibt – ob Hobbyfußball, Tennis oder Laufen – stellt oft fest, dass der Körper anders reagiert als früher. Typische Beschwerden sind Knieschmerzen nach langen Läufen, längere Muskelkater-Phasen und hartnäckige Sehnenverletzungen.

Sportmediziner empfehlen für aktive Personen ab 35 Jahren folgende Grundprinzipien:

  1. Regelmäßige sportmedizinische Check-ups: Ein Belastungs-EKG, Blutbild und Gelenkstatus sollte alle zwei bis drei Jahre erfolgen, besonders bei intensivem Hobby-Sport.
  2. Progression statt Überbelastung: Trainingsumfang und -intensität langsam steigern; nie mehr als 10 Prozent pro Woche erhöhen.
  3. Gezieltes Krafttraining: Muskelaufbau schützt Gelenke und kompensiert altersbedingten Muskelabbau – besonders Übungen für Rumpf, Oberschenkel und Wadenmuskulatur.
  4. Früh zum Arzt bei Schmerzen: Chronische Gelenk- oder Sehnenschmerzen sollten nicht ignoriert werden. Was bei einem 22-Jährigen von allein heilt, kann bei einem 40-Jährigen zu dauerhaften Schäden führen.

Wer bei unklaren Beschwerden oder vor der Wiederaufnahme intensiveren Sports Rat sucht, findet auf ExpertZoom einen Arzt oder Sportmediziner für eine erste fachliche Einschätzung – ob zur Belastungssteuerung, Sehnenproblemen oder dem Einstieg in ein neues Sportprogramm.

Ähnliche Fragen rund um Sport und Verletzungsrisiken haben wir bereits in unserem Artikel über das Sportwetten-Recht bei NHL-Playoff beleuchtet.

Wann sollten Hobby-Sportler ab 35 unbedingt zum Arzt?

Ein häufiger Fehler: Ältere Hobby-Athleten ignorieren Warnsignale, weil sie die Schmerzen als „normal" einstufen. Dabei gibt es klare Symptome, bei denen ein Arztbesuch nicht aufgeschoben werden sollte:

  • Brustschmerzen oder unregelmäßiger Herzschlag während oder nach dem Sport: mögliches Zeichen eines Herzrhythmusproblems – sofort ärztlich abklären.
  • Knieschmerzen, die länger als zwei Wochen anhalten: können auf Meniskusschäden oder beginnende Arthrose hinweisen.
  • Achillessehnenschmerzen: besonders bei Läufern über 40 ein häufiger Vorbote einer Ruptur.
  • Anhaltende Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf: kann auf Übertraining oder einen Nährstoffmangel hinweisen.

Ein Sportmediziner kann mithilfe einer körperlichen Untersuchung und gezielter Diagnostik individuelle Belastungsgrenzen bestimmen – und so helfen, Verletzungen zu vermeiden, bevor sie entstehen.

Messi als Inspiration – aber auch als Ausnahme

Messis Karriereverlängerung ist in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmefall: Jahrzehntelange professionelle Betreuung, keine schweren Verletzungen und ein Spielstil, der körperliche Robustheit durch technische Brillanz ersetzt. Für die allermeisten Menschen ist sein Weg nicht replizierbar.

Was jedoch replizierbar ist: das Prinzip, den eigenen Körper ernst zu nehmen, frühzeitig in Prävention zu investieren und bei ersten Warnsignalen einen Arzt aufzusuchen. Denn anders als Messi haben die meisten Amateure kein sportmedizinisches Team an der Seite.

Offizielle Leitlinien zur sportlichen Belastung im Alter finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Sportmediziner.

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