Mehr als zehn Millionen Suchanfragen täglich: "Fernsehen heute" und "TV Spielfilm" gehören in Deutschland seit Jahren zu den meistgesuchten Begriffen im Netz — und zum WM-Start am 14. Juni 2026 werden die Zahlen noch weiter steigen. Doch für viele Deutsche ist die Frage, wie sie WM-Spiele empfangen sollen, alles andere als trivial: Seit dem Ende des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024 fehlt Millionen von Mietern das ehemals im Haushalt integrierte Kabelfernsehen. Welche Streaming-Geräte empfehlen IT- und Elektronik-Experten als Alternative — und was kostet das wirklich?
Das Ende des Nebenkostenprivilegs: Warum so viele Deutsche ihren TV-Empfang verloren
Das Nebenkostenprivileg erlaubte Wohnungseigentümern und Hausverwaltungen jahrzehntelang, Kabelfernsehen über die Nebenkosten abzurechnen — gebündelt für ganze Wohnhäuser zu Sonderpreisen. Das Telekommunikationsmodernisierungsgesetz (TKMoG) beendete dieses Modell zum 1. Juli 2024. Seither müssen Mieterinnen und Mieter ihren TV-Empfang eigenständig organisieren. Wer bisher passiv ferngesehen hat, ohne sich um Empfangsweg oder Vertrag zu kümmern, steht plötzlich vor einer Entscheidung: Satellite, DVB-T2-Antenne oder Streaming?
Für das WM-Jahr 2026 fällt diese Entscheidung besonders leicht: Fast alle Deutschland-Spiele werden kostenlos über ARD und ZDF übertragen — und beide Sender sind über ihre Mediathek-Apps auf modernen Streaming-Geräten frei empfangbar. Wer kein Smart-TV besitzt, braucht lediglich einen kleinen HDMI-Stick oder eine Set-Top-Box. Die Kosten sind überschaubar, die Qualität überraschend gut.
Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GfU) liefert regelmäßig Marktdaten zu Streaming-Gerätenutzung in Deutschland. Mehr dazu auf der offiziellen GfU-Website.
Amazon Fire TV Stick 4K: Günstig und vielseitig
Der Amazon Fire TV Stick 4K (aktuelle Generation) kostet je nach Angebot zwischen 45 und 60 Euro und ist eines der meistgekauften Streaming-Geräte Deutschlands. Er unterstützt 4K HDR, Dolby Vision und Atmos, läuft flüssig und bietet Zugang zu allen relevanten Apps: ARD Mediathek, ZDF Mediathek, DAZN, Joyn, RTL+, Netflix, Disney+ und viele mehr. Die Alexa-Sprachsteuerung ist ein praktischer Bonus. Nachteile: Das Amazon-Ökosystem dominiert die Oberfläche, Werbung auf dem Startscreen lässt sich nicht vollständig deaktivieren.
Geeignet für: Gelegenheitsnutzer, WM-Fans ohne Smart-TV, Budgetbewusste.
Google Chromecast mit Google TV: Android-Stärke
Der Chromecast mit Google TV (4K-Version, rund 70 Euro) basiert auf dem Android-TV-System und bietet damit Zugang zum Google Play Store mit fast allen erdenklichen Apps. Die Oberfläche bündelt Inhalte aus verschiedenen Diensten in einer Ansicht — praktisch für Nutzer mehrerer Plattformen. YouTube-Integration ist besonders stark, Google-Nutzer profitieren von nahtloser Synchronisation mit anderen Geräten.
Geeignet für: Google-Nutzer, Familien mit mehreren Streaming-Diensten.
Apple TV 4K: Premium für Apple-Haushalte
Das Apple TV 4K (3. Generation, ab 130 Euro) ist das teuerste Gerät in dieser Übersicht, liefert aber die schnellste Hardware und die reibungsloseste Integration ins Apple-Ökosystem. Wer iPhone, iPad und Mac nutzt, profitiert von AirPlay, iCloud-Fotoalben auf dem Fernseher und HomeKit-Steuerung. Die ARD- und ZDF-Apps laufen stabil. Für Nicht-Apple-Nutzer ist das Preisargument schwach.
Geeignet für: Apple-Nutzer, die Premium-Hardware bevorzugen.
MagentaTV Stick: Die Telekom-Option
Wer bereits Telekunde ist, sollte den MagentaTV Stick (ab rund 40 Euro, teilweise kostenlos im Paket) in Betracht ziehen. Er bietet neben Streaming-Apps auch Internetzugang zum Live-TV via Telekom-Netz — ohne separate Antenne. Im WM-Paket der Telekom sind zudem erweiterte Sport-Inhalte buchbar. Für Nicht-Telekunden ist das Angebot weniger attraktiv.
Geeignet für: Bestehende Telekunden, Nutzer mit Telekomanschluss.
Was Experten raten: Die wichtigsten Kriterien beim Kauf
Vor dem Kauf eines Streaming-Geräts empfehlen Unterhaltungselektronik-Experten, folgende Punkte zu prüfen:
- WLAN-Standard: Mindestens Wi-Fi 5 (802.11ac) für stabiles 4K-Streaming. Ein schwaches Heimnetzwerk limitiert selbst das teuerste Gerät.
- 4K und HDR: Für moderne Fernseher sinnvoll, aber für ältere Full-HD-Geräte ausreichend sind auch günstigere Modelle.
- App-Verfügbarkeit: ARD Mediathek, ZDF Mediathek und DAZN laufen auf allen genannten Geräten. Regionale oder Nischendienste unterschiedlich.
- Datenschutz: Alle Streaming-Sticks sammeln Nutzungsdaten. Wer das minimieren möchte, kann in den Einstellungen Tracking-Optionen deaktivieren.
Wer unsicher ist, welches Gerät zum eigenen Setup passt, oder wer Probleme mit dem WLAN-Empfang, der Einrichtung oder der Kompatibilität mit dem Fernseher hat, findet auf ExpertZoom qualifizierte IT-Spezialisten und Unterhaltungselektronik-Experten, die bei der Einrichtung helfen — per Fernwartung oder vor Ort.
Dass Streaming-Dienste gelegentlich mit Sicherheitsproblemen und rechtlichen Unsicherheiten einhergehen, erläutert unser Beitrag: Sportschau läuft nicht? Was hinter Bundesliga-Streaming und IT-Sicherheit steckt.
Häufige Fehler beim Einstieg ins Streaming
Viele Käufer unterschätzen die Bedeutung einer stabilen WLAN-Verbindung. Ein Fire TV Stick direkt hinter dem Fernseher, eingeklemmt zwischen Wand und Gerät, empfängt oft ein schwaches Signal. Lösung: ein HDMI-Verlängerungskabel verwenden, das den Stick freier im Raum positioniert — oder einen WLAN-Repeater im selben Zimmer installieren.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Auswahl eines Sticks für eine ältere TV-Fernbedienung, die keine HDMI-CEC-Steuerung unterstützt. In diesem Fall kann der Stick nicht über die Original-Fernbedienung gesteuert werden — man benötigt zwei Remotes. Wer unsicher ist, ob sein Fernseher CEC unterstützt, sollte vor dem Kauf die Bedienungsanleitung konsultieren oder einen Fachexperten fragen.
Schließlich übersehen viele Nutzer, dass die kostenlosen Mediatheken (ARD, ZDF) für die WM 2026 keine Registrierung erfordern — die Inhalte sind ohne Account verfügbar. Bezahldienste wie DAZN hingegen benötigen ein Abonnement.
Fazit: WM 2026 ohne Kabelfernsehen schauen — kein Problem
Das Ende des Nebenkostenprivilegs hat für viele Deutsche eine unerwartete Modernisierung ausgelöst: weg vom passiv empfangenen Kabelfernsehen, hin zu flexiblem, persönlich konfiguriertem Streaming. Für die WM 2026 ist das eine gute Nachricht — ARD und ZDF übertragen alle Deutschland-Spiele kostenlos, die Mediathek-Apps sind stabil, und ein 4K-Stick für 50 bis 70 Euro reicht für ein beeindruckendes WM-Erlebnis. Wer sein Setup professionell einrichten lassen möchte oder bei der Auswahl unsicher ist, findet auf ExpertZoom erfahrene Berater für Unterhaltungselektronik.

Lena Schneider