Der Eurovision Song Contest 2026 findet am 12., 14. und 16. Mai in Wien statt — und Cyberkriminelle haben sich bereits auf das Großereignis vorbereitet. Tickets für das Finale waren in weniger als 14 Minuten ausverkauft. Wer noch eine Karte sucht oder das Event online streamen möchte, muss jetzt besonders vorsichtig sein.
Wien wird zur Zielscheibe für Online-Betrüger
Österreich gewann den Eurovision Song Contest 2025 in Basel mit Sänger JJ und seinem Beitrag „Wasted Love" — und trägt damit traditionell den Austragungsort des 70. Jubiläums des Wettbewerbs. Die Wiener Stadthalle fasst 16.152 Zuschauer. Da alle offiziellen Tickets für alle drei Abende innerhalb einer Stunde ausverkauft waren, hat sich ein massiver Schwarzmarkt gebildet.
Laut IT-Sicherheitsforschern registrieren Cyberkriminelle bei Großevents innerhalb weniger Wochen Dutzende von Fake-Websites, die echte Ticketbörsen imitieren. Nutzer bezahlen — und erhalten entweder nichts oder gefälschte QR-Codes. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt regelmäßig vor Phishing-Wellen rund um populäre Kulturveranstaltungen. Das BSI empfiehlt: Tickets grundsätzlich nur über verifizierte offizielle Kanäle kaufen und bei verdächtigen Angeboten sofort die Verbindung trennen.
Drei konkrete Betrugsmaschen rund um den Eurovision 2026
Betrugsmasche 1: Gefälschte Ticket-Websites
Kriminelle erstellen Seiten, die optisch kaum von der offiziellen Eurovision-Plattform zu unterscheiden sind. Der einzige offizielle Wiederverkauf läuft über die fanSALE-Plattform zum Originalpreis. Alle anderen Seiten sind potenziell betrügerisch. Wer auf einer unbekannten Plattform kauft, riskiert nicht nur Geldverlust, sondern auch den Diebstahl von Kreditkartendaten und Zugangsdaten zu Online-Konten.
Betrugsmasche 2: Phishing-E-Mails mit Gewinn-Versprechen
In den Wochen vor dem Event versenden Betrüger massenhaft E-Mails, die scheinbar von den Eurovision-Veranstaltern stammen. Darin wird ein „Gewinn" oder ein „letztes verfügbares Ticket-Paket" versprochen. Wer auf den enthaltenen Link klickt, landet auf einer gefälschten Login-Seite — und übergibt unwissend seine Zugangsdaten an Kriminelle. Allein im ersten Quartal 2026 registrierte das BSI einen deutlichen Anstieg solcher eventbezogener Phishing-Kampagnen in Deutschland.
Betrugsmasche 3: Quishing über gefälschte QR-Codes
Eine zunehmend verbreitete Masche ist das sogenannte „Quishing". Kriminelle kleben gefälschte QR-Code-Aufkleber über echte Codes an Parkautomaten, Ladesäulen oder Hinweisschildern — auch in beliebten Stadtteilen Wiens. Wer den Code scannt, landet auf einer täuschend echten Phishing-Seite. Das BSI bezeichnet Quishing als eine der am schnellsten wachsenden Betrugsformen in Deutschland und empfiehlt, QR-Codes vor dem Scannen immer auf physische Manipulation zu prüfen.
Illegales Streaming: Ein teurer Fehler
Da Eintrittskarten kaum zu bekommen sind, suchen viele Fans nach alternativen Streams. Der offizielle Weg: der Eurovision-YouTube-Kanal sowie die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ORF. Wer hingegen auf illegale Streaming-Seiten ausweicht, setzt sich erheblichen Risiken aus.
Laut IT-Sicherheitsforschern ist das Malware-Risiko auf illegalen Streaming-Plattformen rund 65 Prozent höher als auf legalen Angeboten. Schadsoftware wie Ransomware, Spyware oder Remote-Access-Trojaner werden häufig über solche Seiten verbreitet. Ein einziger Klick kann dazu führen, dass ein Gerät vollständig kompromittiert wird — ohne dass der Nutzer zunächst etwas bemerkt. Betroffen sind sowohl Privatpersonen als auch Firmenrechner, über die Mitarbeiter EM-Streams aufrufen.
Warum Unternehmen besonders gefährdet sind
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt Eurovision eine unterschätzte Bedrohung dar. Wenn Mitarbeiter über Firmengeräte nach Tickets oder Streams suchen, kann ein kompromittiertes Gerät zum Einfallstor für das gesamte Unternehmensnetzwerk werden. Cyberkriminelle nutzen genau solche Ablenkungsmomente gezielt aus.
Ein Unternehmen, das 2025 nach einem ähnlichen Event-Phishing-Angriff auf einen Mitarbeiter-Laptop Opfer einer Ransomware-Attacke wurde, verlor laut einem Bericht des BSI mehrere Wochen Produktionskapazität. Die Kosten für Wiederherstellung und Betriebsausfälle beliefen sich auf fünfstellige Beträge.
Was ein IT-Experte vor dem 16. Mai empfiehlt
Die sechs Wochen bis zum Eurovision-Finale am 16. Mai reichen aus, um grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Ein IT-Sicherheitsexperte kann in einem kurzen Audit folgende Punkte prüfen und optimieren:
- E-Mail-Filter aktualisieren und Phishing-Erkennungsregeln verschärfen
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle dienstlichen Konten aktivieren
- Endpoint-Protection auf Firmenlaptops und Privatgeräten überprüfen
- Mitarbeiter-Schulung zu aktuellen Betrugsmaschen durchführen
- Browser-Sicherheitseinstellungen für Streaming-Situationen anpassen
Für Privatpersonen gilt: Passwörter für Online-Konten jetzt erneuern, niemals Bankdaten über Links aus E-Mails eingeben und verdächtige Domains vor dem Aufruf mit Tools wie dem BSI-Webseitencheck überprüfen.
Die offizielle Anlaufstelle bei Cyberkriminalität
Wer Opfer von Online-Betrug rund um Eurovision oder andere Events wird, sollte sofort handeln: Passwörter ändern, die Bank informieren und Anzeige erstatten. Die zuständige Behörde in Deutschland ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) — dort finden sich aktuelle Warnmeldungen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Betroffene und Empfehlungen für sicherheitsgeprüfte Software.
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Für individuelle IT-Sicherheitslösungen für Ihr Unternehmen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Fachmann.
Eurovision 2026: Die wichtigsten Fakten im Überblick
Für alle, die das Event sicher verfolgen möchten, hier die offiziellen Eckdaten: Das erste Halbfinale findet am 12. Mai 2026 statt, das zweite am 14. Mai. Das Große Finale wird am 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle ausgetragen. 35 Länder nehmen teil — die kleinste Teilnehmerzahl seit 2003. Das Event wird von Victoria Swarovski und Michael Ostrowski moderiert.
Wer das Event zu Hause streamen möchte, tut dies am sichersten über die öffentlich-rechtlichen Sender: ARD und ORF übertragen alle Abende live. Der offizielle Eurovision-YouTube-Kanal bietet internationale Streams. Alle anderen Quellen — insbesondere Social-Media-Gruppen, die „exklusive Links" versprechen — sollten mit größter Vorsicht behandelt werden.

Jens Fischer