Frau in einem Tanzstudio untersucht ihren Knöchel mit besorgtem Blick

Esther Schweins bei Let's Dance 2026: Was Hobby-Tänzer über Verletzungsrisiken wissen sollten

Sportmedizin
4 Min. Lesezeit 20. März 2026

Esther Schweins tanzt in der 19. Staffel von Let's Dance 2026 — und begeistert mit ihrer Energie Millionen von Zuschauern. Die RTL-Tanzshow, die am 27. Februar 2026 startete, bringt die RTL Samstag Nacht-Legende mit Profitänzer Massimo Sinato zusammen. Was viele Fans nicht wissen: Tanzen ist körperlich anspruchsvoller als es aussieht — und Hobby-Tänzer unterschätzen das Verletzungsrisiko oft erheblich.

Warum Let's Dance 2026 das ganze Land tanzbegeistert macht

Let's Dance ist nicht nur eine Sendung — es ist ein gesellschaftliches Phänomen. Jedes Frühjahr greifen Millionen Deutsche zu Tanzkursen, probieren Salsa und Cha-Cha-Cha zuhause aus oder melden sich in Tanzsschulen an. Die Popularität des Formats hat dazu geführt, dass Tanzen in Deutschland als Freizeitaktivität seit 2015 um 23 Prozent zugenommen hat, laut Daten des Deutschen Tanzsportverbandes.

Esther Schweins, 55 Jahre alt und bekannt aus RTL Samstag Nacht, verkörpert genau das, was Let's Dance so anziehend macht: Sie ist kein Profi-Sportler, sie ist eine normale Person — mit einer beeindruckenden Bereitschaft zur körperlichen Leistung.

Doch auch ihr Profitänzer Massimo Sinato hat in vergangenen Staffeln erlebt, wie schnell es zu Verletzungen kommen kann. In der Staffel 2025 verletzte sich der österreichische Tänzer Mikael Tatarkin während einer Probeeinheit, was zeigt: Selbst unter professioneller Anleitung sind Tanzverletzungen real.

Die häufigsten Tanzverletzungen — was Sportmediziner beobachten

Sportmediziner, die Tänzer betreuen — von Laien bis zu Semiprofis — berichten von klaren Mustern bei tanzbedingten Verletzungen:

Knöchel- und Sprunggelenkverletzungen sind die häufigste Verletzungsform bei Amateuren. Drehbewegungen, Drehsprünge und ungewohnte Bodenbeläge erhöhen das Umknickrisiko erheblich. Beim Lateinamerikanischen Tanz wie Cha-Cha-Cha oder Samba kommen besonders schnelle Gewichtsverlagerungen hinzu.

Knieprobleme entstehen oft durch falsche Ausrichtung des Oberschenkels beim Stehen auf einem Bein — eine Grundposition in fast allen Tanzstilen. Ohne professionelle Anleitung belastet diese Fehlstellung das Kniegelenk dauerhaft.

Rücken- und Lendenwirbelsäulenschmerzen treten häufig auf, wenn Tänzer in Tanzfiguren starke Rückbiegungen ausführen, ohne ausreichend Körperkernkraft aufgebaut zu haben. Beim Wiener Walzer oder beim Foxtrott entstehen diese Belastungen regelmäßig.

Schulterprobleme entstehen beim Führen und Geführtwerden — besonders bei Paartänzen wie Quickstep oder Standard-Tänzen, wo der Oberkörper als stabiles Gegengewicht funktioniert.

Eine 2023 im Journal of Dance Medicine & Science veröffentlichte Studie untersuchte 847 Amateur-Tänzer über 18 Monate. Ergebnis: 62 Prozent erlitten mindestens eine tanzbezogene Verletzung, von denen 28 Prozent ärztliche Behandlung erforderten.

Was Hobby-Tänzer falsch machen — und wie sie es besser machen

Der häufigste Fehler: zu schnell zu viel wollen. Inspiriert von Let's Dance beginnen viele Zuschauer mit intensivem Training, ohne einen ausreichenden Aufbau ihrer körperlichen Grundlagen. Das Ergebnis sind Überlastungsschäden.

Sportmedizinische Empfehlungen für tanzbegeisterte Laien:

  • Aufwärmen ist Pflicht: Mindestens 10 bis 15 Minuten Mobilisationsübungen vor jeder Tanzeinheit — besonders für Hüfte, Knie und Sprunggelenke
  • Schuhwahl ist keine Kosmetikfrage: Falsche Tanzsschuhe sind eine der Hauptursachen für Knöchelverletzungen. Schuhe mit kleiner Ferse und gutem Halt sind beim Anfängertraining wichtiger als die optische Ähnlichkeit zu Let's Dance-Kostümen
  • Progression statt Perfektion: Komplexe Figuren aus dem Fernsehen brauchen Monate an Grundlagenarbeit. Wer sofort mit Drehsprüngen beginnt, riskiert Verletzungen
  • Schmerz ist kein Zeichen von Einsatz: Tanzen sollte anstrengend sein — aber nicht schmerzhaft. Anhaltende Schmerzen im Knie, Knöchel oder Rücken sind ein klares Signal, eine sportmedizinische Beratung aufzusuchen

Wann Sie einen Sportmediziner aufsuchen sollten

Nicht jede Muskelsteifheit braucht ärztliche Behandlung. Aber es gibt klare Signale, bei denen Sie nicht abwarten sollten:

  • Schwellungen im Gelenk nach einer Tanzstunde, die nicht innerhalb von 24 Stunden abklingen
  • Knackende oder knirschende Geräusche im Knie oder Schulter bei bestimmten Bewegungen
  • Anhaltende Rückenschmerzen, die nach dem Tanzen nicht besser werden
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen oder Beinen nach längerem Training
  • Schmerzen, die bereits vor dem Aufwärmen beginnen — ein Zeichen für eine bereits eingetretene Verletzung

Ein Sportmediziner kann die Ursache präzise diagnostizieren, einen individuellen Trainingsplan empfehlen und — falls nötig — physiotherapeutische Maßnahmen koordinieren. Frühzeitige Behandlung verhindert in den meisten Fällen, dass akute Verletzungen zu chronischen Beschwerden werden.

Der Unterschied zwischen TV-Tanz und Alltagstraining

Was die Let's Dance-Produktion nicht zeigt: Esther Schweins und ihre Mitstreiter trainieren laut RTL-Angaben bis zu sechs Stunden täglich — unter der direkten Aufsicht von Profitänzern mit jahrelanger Ausbildung. Die Choreographien werden schrittweise an das Können der Kandidaten angepasst. Bei jedem Anzeichen von Überlastung greift das Produktionsteam ein.

Diese Rahmenbedingungen sind im Alltag nicht reproduzierbar. Wer freitagabends Let's Dance schaut und samstags spontan zwei Stunden Samba tanzt, setzt seinen Körper ohne diese Schutzstruktur ein. Das ist kein Grund, es nicht zu tun — aber ein guter Grund, es mit Bedacht zu tun.

Sportmediziner empfehlen Anfängern, mit zwei bis drei Einheiten à 45 Minuten pro Woche zu beginnen. Zwischen den Einheiten sollte ausreichend Regenerationszeit liegen — mindestens 24 Stunden Pause für vergleichbare Muskelgruppen.

Esther Schweins als Inspiration — aber bitte mit Vernunft

Es ist wunderbar, dass Esther Schweins zeigt: Tanzen ist in jedem Alter möglich. Aber was die Kameras nicht zeigen, ist die intensive Vorbereitung der Prominenten: tägliches Training unter professioneller Aufsicht, ständige medizinische Begleitung, maßgeschneiderte Choreographien — und professionelle Hilfe bei den ersten Anzeichen einer Überlastung.

Als Hobby-Tänzer haben Sie möglicherweise nicht dasselbe Betreuungsteam. Aber Sie haben Zugang zu Sportmedizinern, die Ihnen helfen können, sicher zu tanzen — und dabei das Maximum aus Ihrem Körper herauszuholen.

Der Frühling 2026 ist eine großartige Gelegenheit, mit dem Tanzen anzufangen oder wieder einzusteigen. Tun Sie es mit Begeisterung — und mit dem richtigen medizinischen Rückhalt.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden nach sportlicher Aktivität wenden Sie sich an einen Facharzt oder Sportmediziner.

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