Deniz Undav hat kurz vor dem Start der WM 2026 in Nordamerika ein klares Zeichen gesetzt: Der 29-jährige Stürmer des VfB Stuttgart verlängerte seinen Vertrag bis 2029 – und schnürte sich dabei ein Gesamtpaket von rund 20 Millionen Euro. Ein Lehrbeispiel dafür, was professionelle Sportler – und eigentlich jeder mit einem plötzlichen Gehaltssprung – finanziell beachten sollten.
Das Mega-Paket: 6 Millionen Euro Jahresgehalt und Signing Fee
Laut übereinstimmenden Medienberichten verdiente Undav bislang rund 4,5 Millionen Euro pro Jahr. Mit dem neuen Vertrag steigt sein Grundgehalt auf bis zu 6 Millionen Euro jährlich. Hinzu kommt eine Einmalzahlung im niedrigen einstelligen Millionenbereich für die Vertragsunterschrift – die sogenannte Signing Fee. Inklusive leistungsabhängiger Boni summiert sich das Gesamtpaket auf rund 20 Millionen Euro über drei Jahre.
Undav selbst beschrieb die Vertragsverhandlungen mit ungewöhnlicher Direktheit: „Ich wollte immer beim VfB bleiben, deshalb ging alles ganz schnell – bamm, bamm, bamm, unterschrieben vor der WM", sagte der Nationalspieler gegenüber Journalisten in Winston-Salem, wo das DFB-Team sein WM-Quartier aufgeschlagen hat.
Das ist ein Gehaltssprung von rund 33 Prozent beim Grundgehalt – ohne die Einmalzahlung zu berücksichtigen. Genau diese Kombination aus höherem laufendem Gehalt und verfügbarem Kapital stellt Profisportler vor komplexe finanzielle Entscheidungen, bei denen ohne Beratung leicht Fehler passieren.
WM 2026: Millionenprämien winken beim Weltmeistertitel
Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko lockt mit einem Rekordpreisgeld von einer Milliarde US-Dollar. Wird Deutschland Weltmeister, erhält der DFB nach dem FIFA-Verteilungsschlüssel rund 40 Millionen US-Dollar – ein Teil davon fließt über Prämien an die Spieler. Undav machte bei einer Pressekonferenz keinen Hehl aus seinen Ambitionen: „Wenn ich sagen würde, wir wollen nur ins Achtelfinale kommen, dann wäre ich falsch hier. Jeder hier hat dasselbe Ziel und das ist: Weltmeister werden."
Ein WM-Titel würde für Undav neben der Goldmedaille also auch eine beträchtliche Prämie bedeuten. Beim DFB lag die Einzelprämie für WM-Teilnehmer bei zurückliegenden Turnieren im sechsstelligen Bereich. Solche Einmalzahlungen kommen zusätzlich zum ohnehin erhöhten Grundgehalt – und verstärken den Bedarf an professioneller Finanzplanung.
Steuerliche Fallstricke bei Millionengagen in Deutschland
In Deutschland unterliegen alle Einkommensbestandteile – Grundgehalt, Boni und Signing Fees – der Einkommensteuer. Bei einem Jahreseinkommen von 6 Millionen Euro greift der Spitzensteuersatz von 45 Prozent, dazu kommt der Solidaritätszuschlag für Besserverdienende. Das Bundesministerium der Finanzen informiert unter bundesfinanzministerium.de detailliert über geltende Steuersätze und Abzugsmöglichkeiten.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert die Signing Fee: Als Einmalzahlung kann sie – je nach vertraglicher Gestaltung – steuerlich günstiger behandelt werden als laufendes Gehalt, etwa als Entschädigung oder Abfindung. Auch eine zeitliche Verteilung über mehrere Veranlagungszeiträume kann die Steuerlast senken.
Hinzu kommen internationale Aspekte: Spiele Undav während der WM in den USA oder Kanada, können dort Steuerpflichten entstehen – je nach Doppelbesteuerungsabkommen. Viele Profivereine haben Regelungen für solche Fälle, aber bei komplexen Vertragssituationen empfiehlt sich externe Beratung durch einen auf Sportlervermögen spezialisierten Experten.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung dar. Für Ihre persönliche Situation wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater oder Vermögensberater.
Investieren statt konsumieren: Die häufigsten Fehler bei Gehaltssprüngen
Viele junge Profisportler machen beim ersten großen Gehaltssprung denselben Fehler: Sie erhöhen ihren Lebensstandard proportional zum Einkommen – Fachleute nennen das Lifestyle Inflation. Das führt dazu, dass trotz Millionengehalt nach dem Karriereende kaum Vermögen übrig bleibt.
Vermögensberater empfehlen stattdessen eine strukturierte Strategie:
Notgroschen und Liquidität sichern: Mindestens sechs Nettomonatsgehälter auf einem liquiden Konto halten, um kurzfristige Ausgaben, Steuernachzahlungen oder unvorhergesehene Ereignisse abzufedern.
Diversifiziert investieren: Die Kombination aus ETF-Portfolios, Immobilien und Sachwerten streut das Risiko. Für Sportler mit befristeten Karrieren ist der Aufbau passiver Einkommensquellen besonders wichtig.
Einmalige Zuflüsse separat managen: Eine Signing Fee oder WM-Prämie sollte nicht für Konsum genutzt, sondern strategisch angelegt werden. Mehrere Millionen Euro, die konsequent investiert werden, können langfristig erhebliches Vermögen aufbauen.
Absicherung nicht vergessen: Berufsunfähigkeitsversicherung und Invaliditätsschutz sind für Profisportler essenziell. Eine einzige schwere Verletzung kann die aktive Karriere jäh beenden.
Die Entscheidung für Stuttgart: Mehr als Geld
Dass Undav sich für den VfB Stuttgart und gegen einen möglichen Wechsel in die Premier League entschied – laut Berichten gab es Interesse aus England –, zeigt finanzielle Reife. Ein Vereinswechsel kann zwar kurzfristig mehr Geld bedeuten, bringt aber auch neue Vertragsverhandlungen, unbekannte Steuersysteme und soziale Umbrüche mit sich.
Finanzielle Entscheidungen im Sport gehen weit über das Gehalt hinaus: Wo lebt man dauerhaft? Welche Steuergegebenheiten hat das Zielland? Wie stabil ist die Karriereplanung? Vergleichbare WM-Teilnehmer wie die schwedischen Stars Alexander Isak und Viktor Gyökeres verfolgen ähnliche Langzeitstrategien, wie dieser Artikel über Vermögensstrategien von WM-Spielern zeigt.
Undav hat – bewusst oder unbewusst – eine Entscheidung getroffen, die Finanzberater begrüßen: Stabilität und Planbarkeit vor dem schnellen Extra-Euro.
Den richtigen Vermögensberater finden
Ein plötzlicher Gehaltssprung, eine Signing Fee oder eine WM-Prämie – solche Momente verlangen schnelles, aber durchdachtes Handeln. Auf Expert Zoom finden Sie erfahrene Vermögensberater, die auf hohe Einkommen, Sportlervermögen und komplexe Steuersituationen spezialisiert sind. Ein erstes Gespräch hilft Ihnen, die richtigen Weichen zu stellen – bevor aus dem Glücksmoment ein teurer Fehler wird.

Julia Richter