Delani Diekmeiers Krebs schreitet voran: Diese Warnzeichen sollten Eltern kennen

Kinderärztin führt bei einem Kleinkind eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs durch
Lena Lena MeyerGesundheit
4 Min. Lesezeit 15. Juli 2026

Bei Delani Diekmeier, der kleinen Tochter des früheren HSV-Profis Dennis Diekmeier, wächst der Krebs weiter. Wie die Familie im Juli 2026 mitteilte, werden die Metastasen in beiden Lungenflügeln erneut größer, und es bilden sich neue Herde. Alle ein bis zwei Wochen muss das Mädchen zur Kontrolle und zur Blutabnahme nach Frankfurt. Eine kürzlich abgeschlossene Immuntherapie brachte nicht den erhofften Durchbruch, wirksame Behandlungsoptionen gibt es derzeit nur noch wenige.

Begonnen hatte alles Anfang 2025 mit einem Tumor an der Nebenniere. Der Tumor wurde operativ entfernt, doch kurz darauf fanden die Ärzte Metastasen in beiden Lungen. Trotz allem geht es Delani nach Angaben ihrer Eltern Dana und Dennis Diekmeier aktuell verhältnismäßig gut. Erst kürzlich erfüllte sich die Familie einen Herzenswunsch und reiste gemeinsam auf die Malediven.

Der Fall bewegt Tausende Menschen in Deutschland – und wirft für viele Eltern eine drängende Frage auf: Woran erkennt man einen solchen Tumor bei einem kleinen Kind, und wann sollte man mit dem Nachwuchs zum Arzt?

Was ein Tumor an der Nebenniere bei Kindern bedeutet

Ein Tumor, der bei einem Kleinkind an der Nebenniere entsteht, ist in den meisten Fällen ein Neuroblastom. Es zählt laut dem ONKO-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft zu den häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter und entwickelt sich aus unreifen Nervenzellen, die vor allem in den Nebennieren entlang der Wirbelsäule vorkommen.

Die Erkrankung trifft fast ausschließlich sehr junge Kinder. Bei der Diagnose sind die meisten Betroffenen zwischen einem und vier Jahren alt. Das macht die Früherkennung so schwierig: Ein Kleinkind kann noch nicht beschreiben, wo es wehtut oder was sich verändert hat.

Das Neuroblastom hat zudem einen sehr unterschiedlichen Verlauf. Bei manchen Kindern bildet sich der Tumor sogar von selbst zurück, bei anderen streut er früh in Knochen, Knochenmark oder – wie bei Delani – in die Lunge. Genau diese Streuung, die Bildung von Metastasen, macht die Behandlung so schwierig und langwierig. Moderne Therapien reichen von Operation und Chemotherapie bis hin zu Immuntherapien mit speziellen Antikörpern, die das Immunsystem gegen die Tumorzellen richten sollen.

Die Warnzeichen, die Eltern kennen sollten

Das Tückische am Neuroblastom ist, dass viele Kinder zunächst gar keine Beschwerden haben. Nicht selten wird der Tumor rein zufällig entdeckt – etwa bei einer Ultraschalluntersuchung beim Kinderarzt.

Wenn Symptome auftreten, hängen sie stark davon ab, wo der Tumor sitzt. Bei einem Tumor im Bauchraum oder an der Nebenniere sind die Anzeichen oft unspezifisch und werden leicht mit harmlosen Kinderkrankheiten verwechselt:

  • anhaltende Bauchschmerzen, Verstopfung oder ein Völlegefühl
  • ein tastbarer, harter Knoten im Bauch – bei rund einem Viertel der Kinder ist eine Schwellung am Bauch oder am Hals das erste Anzeichen
  • Husten oder Atemprobleme, wenn der Tumor im Brustkorb liegt
  • in seltenen Fällen Bluthochdruck oder hartnäckige Durchfälle durch die hormonelle Aktivität des Tumors

Wichtig ist dabei die Botschaft der Kinderonkologen: Ein einzelnes dieser Zeichen bedeutet fast nie Krebs. Bauchschmerzen und Verstopfung haben in den allermeisten Fällen völlig harmlose Ursachen. Alarmierend wird es erst, wenn Beschwerden über Wochen anhalten, sich verschlimmern oder ein tastbarer Knoten hinzukommt.

Warum die Vorsorgeuntersuchung so wichtig ist

Einen standardisierten Screening-Test auf das Neuroblastom gibt es nicht – dafür ist die Erkrankung zu selten. Umso größer ist die Bedeutung der kostenlosen kinderärztlichen Früherkennungsuntersuchungen, der sogenannten U-Untersuchungen. Bei diesen Terminen tastet der Kinderarzt gezielt den Bauch ab und kann Auffälligkeiten entdecken, lange bevor Eltern selbst etwas bemerken.

Genau hier liegt der Schlüssel: Ein früh erkannter Tumor lässt sich häufig erfolgreicher behandeln, bevor er streut. Wie wichtig konsequente Früherkennung bei Krebs ist, zeigen zahlreiche Fälle immer wieder aufs Neue. Eltern sollten die U-Termine daher konsequent wahrnehmen und bei anhaltenden, unklaren Beschwerden ihres Kindes nicht zögern, den Kinderarzt aufzusuchen. Ein erfahrener Kinderarzt kann per Ultraschall und Blutuntersuchung schnell einschätzen, ob eine Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum nötig ist.

Wer nach einer Diagnose unsicher ist, hat zudem jederzeit das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung. Gerade bei seltenen Krebsarten im Kindesalter kann die Einschätzung eines pädiatrisch-onkologischen Spezialzentrums über die weitere Behandlung entscheiden. Betroffene Familien finden verlässliche, geprüfte Informationen beim Informationsportal der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, das speziell für Eltern erkrankter Kinder aufbereitet ist.

Was Familien jetzt tun können

Die Diagnose Krebs bei einem Kind stürzt jede Familie in eine Ausnahmesituation. Neben der medizinischen Behandlung sind daher oft weitere Fachleute gefragt: Ein spezialisierter Arzt hilft bei der Wahl der richtigen Therapie und der Einschätzung neuer Studien, während psychologische Begleitung Eltern und Geschwistern durch die Belastung hilft. Auch sozialrechtliche Fragen – etwa zu Pflegegrad, Kinderkrankengeld oder Reha – lassen sich mit fachkundiger Beratung leichter klären.

Für die Diekmeiers steht derzeit vor allem eines im Vordergrund: gemeinsame Zeit und Momente wie die Reise auf die Malediven. Ihr offener Umgang mit der Erkrankung sensibilisiert viele Eltern dafür, die Signale ihrer Kinder ernst zu nehmen.

Die gute Nachricht bleibt: Wer die Vorsorgetermine wahrnimmt und bei anhaltenden Beschwerden früh einen Kinderarzt einschaltet, verschafft seinem Kind im Ernstfall die besten Chancen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden Ihres Kindes wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt oder ein pädiatrisch-onkologisches Zentrum.

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