Vermögensberaterin und Mandantin prüfen Erbschaftsunterlagen in einem modernen Frankfurter Büro

Richard Lugners 250-Millionen-Euro-Erbe: Was Witwen und Ex-Partner wirklich erben

Anna Anna SchmidtVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 25. März 2026

Cathy Lugner — bürgerlich Cathy Schmitz — steht dieser Tage erneut im Rampenlicht. Nicht wegen ihrer Modelkarriere, sondern wegen eines der komplexesten Erbschaftsfälle Österreichs: dem Nachlass von Richard Lugner, dem am 12. August 2024 im Alter von 91 Jahren verstorbenen Immobilientycoon und Bauunternehmer mit einem geschätzten Vermögen von 250 Millionen Euro.

Wer war Richard Lugner — und warum ist sein Erbe so kompliziert?

Richard Lugner war fünfmal verheiratet, zweimal verwitwet, zweimal geschieden — und heiratete nur zwei Monate vor seinem Tod noch ein sechstes Mal: Simone Reiländer wurde am 1. Juni 2024 seine letzte Ehefrau. Diese Heirat in letzter Minute hat die Erbfolge erheblich verkompliziert.

Lugner änderte sein Testament kurz vor seinem Tod, um Simone einzuschließen und ihr die Leitung des Einkaufszentrums Lugner City in Wien zu übertragen. Der Löwenanteil seines Vermögens liegt in einer Privatstiftung, die von seinen Söhnen Alexander und Andreas verwaltet wird — ein Konstrukt, das österreichischen Stiftungsrechts entspricht und Außenstehende weitgehend ausschließt.

Cathy Lugner, seine fünfte Ehefrau (September 2014 bis November 2016), hatte bereits 2016 im Zuge der Scheidung eine Abfindung erhalten — darunter ein Porsche und eine Wohnungsvereinbarung. Sie hat keine direkten Erbschaftsansprüche mehr. Dennoch heizt ihr Name den Mediendiskurs an, während die eigentlichen juristischen Auseinandersetzungen zwischen der aktuellen Witwe Simone und der früheren Ehefrau Christina (Mutter von Tochter Jacqueline) geführt werden.

Was Ihr Testament jetzt regeln sollte — bevor es zu spät ist

Der Fall Lugner ist ein Lehrbuch-Beispiel dafür, was passiert, wenn man Vermögensplanung auf den letzten Drücker betreibt. Die Lehren für Privatpersonen sind ernüchternd:

1. Eheverträge schützen — in beide Richtungen

Eine Heirat kurz vor dem Tod kann Erbquoten erheblich verschieben. Nach deutschem und österreichischem Recht hat ein Ehegatte — unabhängig von der Ehedauer — im Güterstand der Zugewinngemeinschaft Anspruch auf die Hälfte des ehelichen Zugewinns sowie auf das gesetzliche Erbrecht. Ein Ehevertrag kann dies präzise regeln.

2. Privatstiftungen sind kein Allheilmittel

Stiftungen bieten Vermögensschutz und Kontinuität, sind aber komplex in der Verwaltung und teuer in der Errichtung. Ab einem Vermögen von etwa 500.000 bis 1 Million Euro beginnen sie sich zu rechnen, so die Deutsche Stiftung Recht. Wer eine Stiftung gründet, sollte dies mit einem erfahrenen Vermögensberater und Steueranwalt abstimmen — nicht im Alleingang.

3. Mehrere Testamente = mehrere Risiken

Richard Lugner hatte sein Testament mehrfach geändert. Jede Änderung schafft potenzielle Angriffspunkte für Erbschaftsklagen. Laut dem Deutschen Anwaltverein zählen Testamentsanfechtungen zu den häufigsten erbrechtlichen Streitigkeiten — oft ausgelöst durch Testamente, die in einer Krisensituation oder ohne juristischen Beistand erstellt wurden.

Die häufigsten Fehler bei der Vermögensnachfolge

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) aus dem Jahr 2025 haben rund 58 % der Deutschen mit einem Nettovermögen über 250.000 Euro kein aktuelles Testament. Davon haben weniger als 20 % eine rechtssichere Regelung für den Fall einer zweiten oder dritten Ehe getroffen.

Die häufigsten Fehler:

  • Kein Testament oder ein veraltetes Testament : Frühere Ehen, Kinder aus verschiedenen Beziehungen, neue Partner — das Leben ändert sich schneller als juristische Dokumente.
  • Keine klare Regelung für Immobilien : Wer erbt das gemeinsame Haus? Kann der überlebende Partner dort wohnen bleiben? Diese Fragen müssen schriftlich festgehalten werden.
  • Unternehmensanteile ohne Nachfolgeregelung : Wer ein Unternehmen besitzt, braucht einen Übergabeplan — sonst riskiert er jahrelange Blockaden durch Erbengemeinschaften.
  • Keine Vorsorgevollmacht : Wenn jemand noch vor dem Tod handlungsunfähig wird, braucht eine bevollmächtigte Person klare Entscheidungsbefugnisse — juristisch wasserdicht.

Wann sollten Sie handeln?

Vermögensplanung ist kein Thema für das Alter. Sie ist ein Thema für heute. Spätestens bei diesen Lebensereignissen sollten Sie einen Fachmann aufsuchen:

  • Heirat oder Scheidung
  • Geburt eines Kindes
  • Kauf einer Immobilie
  • Gründung eines Unternehmens
  • Erbschaft oder Schenkung
  • Beginn des Ruhestands

Weitere Informationen zu gesetzlichen Erbrechten in Deutschland finden Sie auf dem Portal des Bundesministeriums der Justiz.

Die Rolle der Erbschaftsteuer — oft unterschätzt

Selbst wenn die Verteilung des Nachlasses klar geregelt ist, kommt ein weiteres Problem: die Erbschaftsteuer. In Deutschland und Österreich gelten unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze. In Deutschland beträgt der Freibetrag für Ehegatten 500.000 Euro, für Kinder 400.000 Euro — alles darüber hinaus wird progressiv besteuert, bis zu einem Höchstsatz von 50 % bei sehr großen Erbschaften und entfernten Verwandten.

Bei einem Erbe von 250 Millionen Euro, wie im Fall Lugner, kann die Steuerlast ohne geeignete Strukturierung Dutzende Millionen Euro betragen. Durch rechtzeitige Schenkungen, den Einsatz von Stiftungen oder anderen Gestaltungsinstrumenten lässt sich die Steuerlast erheblich reduzieren — aber nur, wenn man frühzeitig handelt. Eine Schenkung unter Lebenden kann zum Beispiel alle zehn Jahre die Freibeträge neu ausschöpfen.

Was tun, wenn Sie betroffen sind?

Wenn Sie sich in einer komplexen familiären Vermögenssituation befinden — Patchwork-Familie, Unternehmensanteile, Immobilien im Ausland, Stiftungen — ist ein unabhängiger Vermögensberater Ihr wichtigster Ansprechpartner. Er analysiert Ihre individuelle Situation, koordiniert mit Steuerberatern und Notaren und hilft Ihnen, einen rechtssicheren Rahmen zu schaffen.

Konkret: Ein erfahrener Berater kann innerhalb weniger Stunden eine erste Bestandsaufnahme Ihres Vermögens erstellen, potenzielle Risiken identifizieren und einen Maßnahmenplan vorschlagen — lange bevor ein Erbschaftsstreit entsteht. Das ist deutlich günstiger als ein jahrelanger Gerichtsprozess zwischen Erben.

Der Fall Richard Lugner zeigt: Auch ein halbes Jahrhundert unternehmerischen Erfolgs kann in einer chaotischen Erbschaft enden — wenn man den rechtlichen Rahmen vernachlässigt. Handeln Sie, bevor andere die Entscheidungen für Sie treffen.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Für individuelle Fragen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Vermögensberater oder Fachanwalt für Erbrecht.

Unsere Experten

Vorteile

Schnelle und präzise Antworten auf alle Ihre Fragen und Hilfsanfragen in über 200 Kategorien.

Tausende von Nutzern haben eine Zufriedenheit von 4,9 von 5 für die Beratung und Empfehlungen unserer Assistenten erhalten.

Kontaktieren Sie uns

E-Mail
Folgen Sie uns