Leere Bushaltestelle in einer deutschen Stadt während eines Streiks, wartende Pendler

BOGESTRA-Streik im Ruhrgebiet: Was Fahrgäste und Arbeitnehmer jetzt wissen müssen

Informationstechnologie 4 Min. Lesezeit 20. März 2026

Am 19. März 2026 standen Busse und Bahnen in Bochum, Gelsenkirchen und dem gesamten Ruhrgebiet still: Die Gewerkschaft ver.di hatte Mitarbeiter der BOGESTRA zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Am 20. und 21. März wurden die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet — und Hunderttausende Fahrgäste waren betroffen.

Was hinter dem BOGESTRA-Streik steckt

Der Warnstreik richtet sich gegen den Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen (KAV NRW). Ver.di fordert unter anderem höhere Gehälter für die rund 2.400 Beschäftigten der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. Die Tarifverhandlungen sind seit Wochen festgefahren.

Es ist nicht der erste Ausstand in diesem Jahr: Bereits am 12. März 2026 hatte ver.di zum Streik bei der BOGESTRA aufgerufen, und auch im Februar 2026 gab es Arbeitsniederlegungen. Das Muster wiederholt sich — und die Auswirkungen auf den Alltag der Pendler im Ruhrgebiet sind spürbar.

Welche Rechte haben betroffene Fahrgäste?

Streiks im öffentlichen Nahverkehr sind rechtlich zulässig, da das Streikrecht in Deutschland grundgesetzlich geschützt ist. Das bedeutet: Fahrgäste haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Entschädigung vom Verkehrsunternehmen, wenn der Betrieb streikbedingt ausfällt.

Allerdings gibt es wichtige Ausnahmen und Optionen:

Bei Zeitkarten und Abonnements: Enthält ein ÖPNV-Abo einen Streiktag, auf dem keine Leistung erbracht wurde, können Fahrgäste eine anteilige Erstattung verlangen — sofern der Ausfall erheblich und dokumentiert war. Viele Verkehrsverbünde bieten hierfür kulanzhalber Lösungen an. Eine rechtliche Grundlage besteht im Einzelfall, muss aber aktiv geltend gemacht werden.

Bei Arbeitnehmern — Lohnfortzahlung bei streikbedingtem Fernbleiben: Wer wegen des Streiks nicht rechtzeitig zur Arbeit kommt oder nicht erscheinen kann, hat in der Regel keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Das Risiko des Arbeitsweges liegt beim Arbeitnehmer. Ausnahmen gelten, wenn der Arbeitgeber eine Anwesenheitspflicht pauschal erlassen hat oder der Wohnort keine zumutbare Alternative bietet.

Wichtig: Arbeitnehmer sollten ihren Arbeitgeber frühzeitig informieren und dokumentieren, dass der Streik die einzige Ursache des Fernbleibens war.

Was können Arbeitgeber verlangen — und was nicht?

Auch auf Arbeitgeberseite wirft ein Streiktag juristische Fragen auf. Darf ein Unternehmen einem Mitarbeiter, der wegen des Streiks zu spät kommt, den Lohn kürzen? Darf es eine Abmahnung aussprechen?

Die Antwort ist differenziert:

  • Lohnkürzung bei Fernbleiben: Ja, sofern keine Entgeltfortzahlungspflicht besteht und das Fernbleiben nicht genehmigt wurde.
  • Abmahnung oder Kündigung: Nein — sofern der Mitarbeiter nachweisen kann, dass der Streik sein Nichterscheinen verursacht hat und er alternative Wege (Fahrgemeinschaft, Taxi, Homeoffice) zumutbar nicht nutzen konnte.
  • Homeoffice-Anordnung: Ein Arbeitgeber kann Homeoffice als Alternative anbieten — verpflichten kann er dazu nur, wenn vertraglich vereinbart.

Bei Unsicherheiten rund um Arbeitnehmerrechte, Abmahnungen oder streikbedingten Lohnabzügen empfiehlt sich eine Beratung bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Was passiert, wenn Streiks andauern?

Anhaltende Streikwellen im öffentlichen Nahverkehr stellen viele Beschäftigte vor eine schwierige Lage: Welche Kosten entstehen durch Taxi oder Car-Sharing? Können diese steuerlich abgesetzt werden?

Ja — Fahrtkosten zur Arbeit, die aufgrund eines Streiks entstehen, können als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Das gilt auch für außerordentlich hohe Kosten wie Taxifahrten oder Mietautos, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel streikbedingt vollständig ausfielen.

Ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerberater kann helfen, diese Kosten korrekt zu dokumentieren und abzusetzen.

Rechtliche Beratung: wann lohnt sie sich?

Für die meisten Fahrgäste sind einzelne Streiktage ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend. Anders sieht es aus, wenn:

  • Der Arbeitgeber eine Abmahnung wegen Zuspätkommen ausgesprochen hat
  • Der Lohn für einen oder mehrere Streiktage ungerechtfertigt einbehalten wurde
  • Ein Abonnement-Vertrag keine Erstattungsregelung enthält, obwohl eine Leistung vollständig ausblieb

In diesen Fällen kann ein Anwalt für Arbeitsrecht oder Vertragsrecht klären, welche Ansprüche bestehen. Auf Expert Zoom finden Betroffene im Ruhrgebiet und deutschlandweit spezialisierte Rechtsanwälte, die schnell und digital beraten — ohne langen Wartezeiten beim Amtsgericht.

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Fazit: Streik ja — aber Rechte kennen

Der BOGESTRA-Streik im März 2026 ist rechtmäßig und zeigt, dass die Tarifkonflikte im deutschen ÖPNV noch nicht gelöst sind. Für Betroffene gilt: Informieren, dokumentieren, und bei Unklarheiten rechtlichen Rat einholen. Wer seine Rechte kennt, steht beim nächsten Ausstand besser da.


Quellen: Bochum Journal – Warnstreik BOGESTRA 19. Märzver.di PressemitteilungLokalkompass Bochum

Wie lange können Streiks im ÖPNV noch andauern?

Die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem KAV NRW befinden sich laut Gewerkschaft in einer kritischen Phase. Wenn keine Einigung erzielt wird, drohen weitere Warnstreiks — möglicherweise auch Vollstreiks, die den Betrieb für Tage lahmlegen könnten.

Für Beschäftigte im Ruhrgebiet bedeutet das: Es lohnt sich, jetzt alternative Transportwege und rechtliche Optionen vorzubereiten — bevor der nächste Streik überraschend kommt. Fahrgemeinschaften mit Kollegen, die Nutzung von Park-and-Ride-Anlagen oder die Klärung der Homeoffice-Option mit dem Arbeitgeber sind sinnvolle Maßnahmen.

Wer zudem prüfen möchte, ob vergangene Lohnabzüge oder Abmahnungen rechtlich haltbar sind, sollte nicht zögern, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu kontaktieren. Über Expert Zoom ist das bequem und schnell per Videocall möglich — ohne Anfahrt, ohne Wartezeit.

Die aktuelle Streikwelle zeigt auch: Das Thema Mobilität und Arbeitsrecht betrifft Millionen Menschen in Deutschland täglich. Die Frage, wer im Konfliktfall welche Rechte hat, ist nicht immer eindeutig — und genau hier macht rechtliche Beratung den Unterschied zwischen einem unbegründeten Lohnabzug und einer erfolgreichen Rückforderung.

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