Armand „Mondo" Duplantis hat im August 2026 erneut Maßstäbe gesetzt. Am 16. August holte der 26-jährige Schwede bei den Europameisterschaften in Birmingham seinen vierten EM-Titel in Folge im Stabhochsprung — mit 6,15 Metern. Nur vier Tage später gewann er das Diamond-League-Meeting in Lausanne mit 6,21 Metern, am 27. August trat er bei der Weltklasse Zürich an, dem letzten großen Diamond-League-Stopp der Saison. Duplantis ist längst kein Athlet mehr, der nur für Medaillen trainiert — er ist ein globales Sportbusiness. Und das wirft eine Frage auf, die weit über ihn hinausgeht: Was passiert mit dem Geld, wenn Sport zur ernsthaften Einkommensquelle wird?
Vom Preisgeld zur Marke: Das Duplantis-Modell
Armand Duplantis hat sich seit seinem ersten Weltrekord im Jahr 2020 ein Vermögen aufgebaut, das auf rund 4,6 Millionen Euro geschätzt wird — mit klarer Aufwärtsbewegung. Seine Einnahmen speisen sich aus drei Quellen: Preisgeld und Startgelder von internationalen Diamond-League-Events, Weltrekordprämien des Leichtathletik-Weltverbands World Athletics sowie langfristige Sponsorenverträge.
Der Weltverband zahlt laut öffentlichen Angaben rund 85.000 Euro für jede neue Weltbestmarke. Bei 14 Weltrekorden summiert sich das auf über 1,1 Millionen Euro — allein aus dieser Einnahmequelle. Hinzu kommen die Sponsoren: Duplantis trägt seit seiner Kindheit die Farben von Puma. Sein Manager erklärte in einem Eurosport-Interview, dass die Einnahmen „extrem gewachsen" seien — Sponsoren zahlen in der Regel eine Sonderprämie für einen Weltrekord pro Jahr, erhöhen aber gleichzeitig das Basisgehalt mit jeder weiteren Bestmarke schrittweise. Das jährliche Gesamteinkommen aus Endorsements, Preisgeld und Startgeldern wird auf 1 bis 2 Millionen Euro geschätzt.
Was Duplantis auszeichnet, ist nicht nur seine sportliche Dominanz, sondern das professionelle Management rund um seine Finanzen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Spitzenathlethalt heute Einkommensströme diversifiziert — und warum Vermögensplanung kein Luxus für Superstars ist, sondern eine Notwendigkeit für jeden Athleten, der mehr als Hobby-Prämien verdient. Wer die sportliche Seite des Stabhochsprungs interessiert, findet auf ExpertZoom bereits einen Beitrag zur Sportmedizin für Hobbyathleten — doch die finanzielle Seite ist mindestens ebenso wichtig.
Prämien, Sponsoring, Sachleistungen: Wann das Finanzamt aufmerksam wird
In Deutschland unterliegen Einnahmen aus Preisgeld, Sponsoring und Startgeldern dem regulären Einkommensteuerrecht. Wer als Einzelathlet mehr als 12.096 Euro jährlich aus sportlicher Tätigkeit verdient (Steuerjahr 2026), ist nach den Regelungen des Bundesministeriums der Finanzen verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben und seine Einkünfte vollständig zu deklarieren.
Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz: Sponsoring-Einnahmen sind keine Schenkung — sie sind steuerpflichtiges Betriebseinkommen. Das gilt auch für Sachleistungen. Wer von einem Sponsor kostenlose Ausrüstung, Reisekostenerstattungen oder Hotelübernachtungen erhält, muss diese Leistungen zum Marktwert als Einnahmen angeben. Viele Amateurathleten unterschätzen dies systematisch — und erleben beim ersten Steuerbescheid eine unangenehme Überraschung.
Wer als Athlet gewerbliche Einkünfte erzielt, fällt ab einem Jahresgewinn von 24.500 Euro zudem in die Gewerbesteuerpflicht. Das Gewerbesteuerrecht eröffnet allerdings auch Möglichkeiten: Bestimmte Ausgaben — von Trainingsgebühren über Wettkampfreisen bis hin zu Coaching-Kosten — sind als Betriebsausgaben absetzbar und senken den steuerlichen Gewinn. Welche Ausgaben genau absetzbar sind und wie sie korrekt dokumentiert werden müssen, ist ohne Fachkenntnis kaum zuverlässig einzuschätzen.
Für viele Semi-Profis und Nachwuchsathleten lohnt sich zudem die Prüfung einer anderen Rechtsform: Die Gründung einer Unternehmergesellschaft (UG) oder GmbH kann ab bestimmten Einkommensschwellen steuerlich erheblich günstiger sein als das Einzelunternehmen — mit direkten Auswirkungen auf Haftung, Sozialversicherungspflicht und Altersvorsorge.
Ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird: Wer als Athlet in mehreren Ländern antritt und dort Preisgeld erhält, kann unter Umständen in mehreren Staaten steuerpflichtig werden. Internationale Diamond-League-Events, Einladungsrennen oder Meisterschaften im Ausland können eine beschränkte Steuerpflicht im jeweiligen Land auslösen — ein Thema, das selbst erfahrene Athleten ohne Beratung oft erst dann entdecken, wenn ein ausländisches Finanzamt Forderungen stellt.
Was passiert, wenn Jonas 45.000 Euro aus dem Sport verdient?
Nehmen wir das Beispiel von Jonas M., 29 Jahre alt, ambitionierter und erfolgreicher Stabhochspringer auf nationaler Ebene. Im Jahr 2026 unterzeichnet er seinen ersten regionalen Sponsorenvertrag über 14.000 Euro. Dazu kommen 19.000 Euro Preisgeld aus nationalen Meisterschaften und Einladungsevents sowie Sachleistungen — darunter Ausrüstung, Flüge und Hotelübernachtungen — im Marktwert von 9.000 Euro. Zwei Gastauftritte bei Firmenveranstaltungen bringen zusätzlich 3.000 Euro. Summe: 45.000 Euro Bruttoeinnahmen aus dem Sport im Jahr 2026.
Nach Abzug seiner nachweisbaren Betriebsausgaben — Trainingsgebühren (3.600 Euro), Wettkampfreisen (2.400 Euro), Ausrüstungsersatz (1.200 Euro) und Managementkosten (1.800 Euro) — verbleibt ein steuerpflichtiger Gewinn von rund 36.000 Euro. Bei diesem Gewinn entstehen folgende Steuerlasten:
- Einkommensteuer: Je nach Gesamteinkommen und persönlichem Steuersatz rund 7.500 bis 10.000 Euro
- Gewerbesteuer: Der Gewinn überschreitet den Freibetrag von 24.500 Euro; Gewerbesteuer auf die Differenz beträgt je nach Gemeindehebesatz rund 500 bis 1.800 Euro
- Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag: Falls anwendbar, weitere prozentuale Aufschläge auf die Einkommensteuer
Zusammen kann Jonas eine effektive Steuerlast von 25 bis 30 Prozent seines Gewinns erwarten — ohne dass er das zu Saisonbeginn eingeplant hätte. Kritisches Detail: Die Sachleistungen im Wert von 9.000 Euro hatte Jonas zunächst nicht auf dem Schirm. Wären sie nicht nachträglich korrigiert worden, hätte das zu einer Steuernachzahlung zuzüglich Zinsen geführt.
Hätte Jonas ab dem ersten Sponsorenvertrag einen Vermögensberater einbezogen, wären mehrere Optimierungen möglich gewesen: Eine betriebliche Altersvorsorge hätte seinen steuerpflichtigen Gewinn sofort gemindert. Die Prüfung einer UG-Gründung hätte bei seinem Einkommensniveau eine Körperschaftsteuer von nur 15 Prozent auf einbehaltene Gewinne ermöglicht — statt des persönlichen Einkommensteuersatzes von bis zu 42 Prozent. Eine klare Dokumentationsstrategie hätte die Sachleistungen von Anfang an korrekt erfasst. Ergebnis: 15 bis 20 Prozentpunkte weniger Steuerlast bei gleichen Einnahmen — und strukturierte Rücklagen für das unvermeidliche Karriereende.
Was ein Vermögensberater für Athleten tatsächlich leistet
Der richtige Zeitpunkt für professionelle Vermögensberatung ist nicht, wenn man Armand Duplantis heißt. Er ist der erste Sponsorenvertrag, der erste fünfstellige Preisgeldcheque, die erste Saison mit regelmäßigen gewerblichen Einnahmen. Ein auf Sportler spezialisierter Vermögensberater arbeitet an vier zentralen Feldern:
Steueroptimierung: Vollständige Erfassung aller abzugsfähigen Betriebsausgaben, Beurteilung der optimalen Rechtsform, Begleitung bei Steuererklärungen mit sportspezifischen Posten. Wer hier strukturiert vorgeht, kann seine Steuerlast signifikant senken — legal und nachhaltig.
Altersvorsorge und Karriereplanung: Spitzensportler scheiden oft mit 35 bis 40 Jahren aus dem aktiven Sport aus. Wer in dieser Phase keine Rücklagen gebildet hat, riskiert erhebliche Versorgungslücken im Rentenalter. Ein Vermögensberater integriert private Vorsorge von Beginn an als festen Bestandteil der Karrierefinanzen — nicht als Nachgedanken.
Vertragsbeurteilung: Sponsorenverträge enthalten Exklusivitätsklauseln, Leistungsboni und Kündigungsregelungen, die direkte Auswirkungen auf die Finanzplanung haben. Wer unterschreibt, ohne die steuerlichen und finanziellen Konsequenzen zu kennen, verliert oft bares Geld.
Risikoschutz: Verletzung, Krankheit, frühzeitiges Karriereende — ein Vermögensberater prüft, welche Absicherungen bestehen und welche Lücken geschlossen werden müssen, damit ein unerwartetes Karriereende nicht zur finanziellen Katastrophe wird.
Jetzt handeln — bevor das Finanzamt klopft
Armand Duplantis hat in Birmingham und Lausanne gezeigt, was konsequentes Training und ein starkes Umfeld leisten können. Doch hinter jedem Spitzenathleten steckt heute auch ein Team aus Managern, Beratern und Steuerspezialisten. Das ist kein Zufall — es ist strukturelle Notwendigkeit.
Für Athleten in Deutschland gilt: Den Übergang von „Sport als Hobby" zu „Sport als Einkommensquelle" aktiv zu gestalten ist keine Option mehr — es ist finanziell geboten. Je früher ein Sportler einen Vermögensberater hinzuzieht, desto mehr Spielraum bleibt für das, was wirklich zählt: die Leistung auf der Bahn. Auf ExpertZoom finden Athleten qualifizierte Vermögensberater mit sportspezifischer Erfahrung — unkompliziert, direkt und ohne lange Wartezeiten.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Bitte konsultieren Sie für individuelle Fragen einen zugelassenen Steuerberater oder Vermögensberater.

Julia Richter