Nachhilfelehrerin erklärt einer deutschen Schülerin englische Grammatik am Schreibtisch im Wohnzimmer

Nachhilfe Englisch: Die 7 wichtigsten Fragen für Eltern und Lernende

Nachhilfe
6 Min. Lesezeit 10. März 2026

Braucht mein Kind Nachhilfe in Englisch – oder reicht der Schulunterricht? Diese Frage stellen sich jährlich rund 1,2 Millionen Eltern in Deutschland [Bertelsmann Stiftung, 2024]. Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: dem aktuellen Leistungsstand, den Lernzielen und der Unterrichtsform. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Englisch-Nachhilfe.

Wann ist Nachhilfe in Englisch sinnvoll?

Englisch-Nachhilfe lohnt sich nicht erst bei einer Fünf auf dem Zeugnis. Bereits eine Zwei-Minus-Tendenz über zwei aufeinanderfolgende Klassenarbeiten kann auf eine Lücke hindeuten, die sich ohne gezielte Unterstützung verfestigt. Laut einer Erhebung des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) erreichten 2023 nur 54 % der Neuntklässler den Regelstandard im Fach Englisch [IQB-Bildungstrend, 2023].

Nachhilfe ist besonders sinnvoll in drei Situationen:

  1. Nach einem Schulwechsel – der Übergang von der Grundschule zum Gymnasium bringt einen Sprung im Anforderungsniveau.
  2. Vor Prüfungen – Abschlussprüfungen, Nachprüfungen oder Cambridge-Zertifikate erfordern systematische Vorbereitung.
  3. Bei Motivationsverlust – wenn Schüler den Anschluss verloren haben und Englisch als „hoffnungsloses Fach" empfinden.

Sophie, Mutter einer Siebtklässlerin aus Stuttgart, berichtet: „Meine Tochter hatte keine Lust mehr auf Englisch. Nach acht Wochen Online-Nachhilfe war sie von einer Vier auf eine Zwei." Solche Fortschritte sind keine Seltenheit, wenn die Nachhilfe an der richtigen Stelle ansetzt.

Was kostet Englisch-Nachhilfe in Deutschland?

Die Kosten für Nachhilfe in Englisch variieren stark nach Unterrichtsform und Qualifikation des Nachhilfelehrers. Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Preise pro Unterrichtsstunde (45 Minuten):

Unterrichtsform Preis pro Stunde Besonderheit
Einzelunterricht (vor Ort) 25–45 € Individuell, aber ortsgebunden
Einzelunterricht (online) 20–40 € Flexibel, große Auswahl an Lehrkräften
Gruppenunterricht (Nachhilfeinstitut) 10–20 € Günstiger, aber weniger individuelle Betreuung
Studentische Nachhilfe 15–25 € Oft preiswert, aber unterschiedliche Erfahrung
Muttersprachliche Nachhilfe 30–55 € Besonders für Konversation und Aussprache

Deutsche Eltern geben durchschnittlich 87 € pro Monat für Nachhilfe aus [Bertelsmann Stiftung, 2024]. Für Familien mit geringem Einkommen übernimmt das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) die Kosten gemäß § 28 Abs. 5 SGB II – ein Antrag beim zuständigen Jobcenter genügt.

Gut zu wissen: Online-Nachhilfe in Englisch ist im Schnitt 15–20 % günstiger als Präsenzunterricht bei vergleichbarer Qualität, weil Anfahrtskosten und Raummiete entfallen.

Online oder vor Ort – welche Form passt besser?

Online-Nachhilfe hat seit 2020 einen enormen Qualitätssprung gemacht. Interaktive Whiteboards, Screen-Sharing und digitale Übungsplattformen machen den virtuellen Unterricht dem Präsenzunterricht ebenbürtig. Die Entscheidung hängt vom Lerntyp des Kindes ab.

Online-Nachhilfe eignet sich für Schüler, die:

  • sich am Bildschirm gut konzentrieren können
  • flexible Terminplanung brauchen (Sport, Musik, weite Schulwege)
  • von muttersprachlichen Lehrkräften profitieren wollen, die regional nicht verfügbar sind

Präsenzunterricht ist besser für Schüler, die:

  • bei Bildschirmarbeit schnell abgelenkt werden
  • haptisches Lernen mit Karteikarten und Büchern bevorzugen
  • soziale Motivation durch eine kleine Lerngruppe brauchen

Viele Eltern berichten von Lernerfolgen trotz Bildungskrise, wenn sie die Unterrichtsform an den Lerntyp ihres Kindes anpassen. Die richtige Form schlägt dabei die teuerste.

Wie finde ich den richtigen Nachhilfelehrer für Englisch?

Ein guter Nachhilfelehrer für Englisch vereint drei Eigenschaften: fachliche Kompetenz, didaktisches Geschick und die Fähigkeit, eine Beziehung zum Schüler aufzubauen. Die folgenden fünf Kriterien helfen bei der Auswahl:

  1. Qualifikation prüfen – Studium in Anglistik, Lehramt Englisch oder ein vergleichbarer Abschluss. Muttersprachler mit TEFL- oder CELTA-Zertifikat sind ebenfalls qualifiziert.
  2. Erfahrung mit der Klassenstufe – Nachhilfe für einen Fünftklässler erfordert andere Methoden als die Vorbereitung auf das Abitur.
  3. Probestunde vereinbaren – Seriöse Nachhilfelehrer bieten eine kostenlose oder vergünstigte Probestunde an. Achten Sie darauf, ob die Chemie stimmt.
  4. Lernziele definieren – Grammatik aufholen, Aussprache verbessern oder Prüfungsvorbereitung? Je klarer das Ziel, desto gezielter die Nachhilfe.
  5. Fortschritte messen – Gute Lehrkräfte dokumentieren den Lernfortschritt und passen den Unterricht regelmäßig an.

Plattformen wie Expert Zoom ermöglichen es, qualifizierte Nachhilfelehrer direkt zu kontaktieren und Bewertungen anderer Eltern einzusehen.

Welche Themen bereiten Schülern im Fach Englisch die größten Probleme?

Hände schreiben in ein englisches Grammatik-Arbeitsheft mit bunten Notizzetteln und Anmerkungen auf einem Schreibtisch

Nicht jeder Schüler hat dieselben Schwächen. Die häufigsten Stolpersteine im Fach Englisch lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Grammatik und Zeitformen

Die englischen Zeitformen – insbesondere Present Perfect vs. Simple Past und die Unterscheidung von if-Clauses – verursachen bei deutschen Schülern die meisten Fehler. Der Grund: Das Deutsche kennt keine direkte Entsprechung für das Present Perfect, was zu Interferenzfehlern führt.

Wortschatz und Leseverstehen

Ohne ausreichenden Wortschatz bleibt das Textverständnis auf der Strecke. Studien zeigen, dass Schüler mindestens 3.000 Wortfamilien beherrschen müssen, um englische Texte auf B1-Niveau zu verstehen [Nation, 2006]. Regelmäßiges Lesen englischer Bücher, Podcasts oder Serien mit Untertiteln ergänzt die Nachhilfe wirkungsvoll.

Sprechen und Aussprache

Viele Schüler verstehen Englisch gut, trauen sich aber nicht zu sprechen. Gezielte Förderung in den Schulferien kann hier Wunder wirken – etwa durch Konversationsübungen mit einem muttersprachlichen Tutor.

Wie schnell zeigt Nachhilfe in Englisch Wirkung?

Realistische Erwartungen sind entscheidend. Eine einzelne Nachhilfestunde ändert keine Zeugnisnote. Erfahrungswerte zeigen folgendes Muster:

  • 4–6 Wochen (1× pro Woche): Erste Verbesserungen bei den Hausaufgaben und im Unterricht sichtbar.
  • 8–12 Wochen: Messbarer Notensprung, typischerweise eine halbe bis eine ganze Note.
  • 3–6 Monate: Nachhaltige Verbesserung und eigenständiges Lernen.

Der Schlüssel liegt in der Regelmäßigkeit. Zwei kürzere Sitzungen pro Woche (je 45 Minuten) sind wirksamer als eine lange Sitzung von 90 Minuten, weil die Wiederholung den Lernstoff im Langzeitgedächtnis verankert.

Das Wichtigste: Nachhilfe wirkt am schnellsten, wenn der Schüler zwischen den Sitzungen 15–20 Minuten täglich mit englischsprachigen Inhalten verbringt – ob Podcast, YouTube-Video oder Buch.

Nachhilfe Englisch für Erwachsene – lohnt sich das?

Deutscher Berufstätiger lernt abends am Küchentisch mit IELTS-Vorbereitungsbuch und Kaffeetasse

Nachhilfe in Englisch ist nicht nur für Schüler relevant. Berufstätige, die ihre Englischkenntnisse auffrischen oder auf ein bestimmtes Niveau bringen möchten, profitieren ebenfalls von gezieltem Einzelunterricht. Lesekompetenz und Sprachförderung gelten mittlerweile als Schlüsselqualifikation in der deutschen Arbeitswelt.

Typische Anlässe für Erwachsenen-Nachhilfe:

  • Beruflicher Aufstieg – viele Unternehmen verlangen Englisch ab dem B2-Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).
  • Auslandsentsendung – intensive Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt in drei bis sechs Monaten.
  • Zertifikate – TOEFL, IELTS oder Cambridge-Prüfungen für Studium oder Karriere.

Ein Business-English-Tutor mit Branchenerfahrung kostet zwischen 40 € und 70 € pro Stunde, liefert aber einen direkten beruflichen Mehrwert.

Häufig gestellte Fragen zur Nachhilfe in Englisch

Wie oft sollte mein Kind Nachhilfe in Englisch nehmen? Für nachhaltige Fortschritte empfehlen Pädagogen ein bis zwei Sitzungen pro Woche à 45 Minuten. Bei akuter Prüfungsvorbereitung kann eine Intensivphase mit drei Sitzungen pro Woche sinnvoll sein.

Ab welchem Alter ist Englisch-Nachhilfe sinnvoll? Grundsätzlich ab der dritten Klasse, wenn Englisch als Schulfach beginnt. Für jüngere Kinder eignet sich spielerischer Sprachkontakt besser als klassische Nachhilfe.

Kann Nachhilfe den Schulunterricht ersetzen? Nachhilfe ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Sie schließt Lücken, vertieft Stoff und stärkt das Selbstvertrauen. Der reguläre Schulunterricht bleibt die Basis.

Übernimmt die Krankenkasse Nachhilfekosten? Krankenkassen übernehmen Nachhilfe nicht. Bei nachgewiesenem Bedarf greift das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) gemäß § 28 Abs. 5 SGB II. Den Antrag stellen Sie beim Jobcenter oder der Kommune.

Was tun, wenn Nachhilfe nicht hilft? Zeigt sich nach acht Wochen kein Fortschritt, sollten Sie die Ursache hinterfragen. Häufige Gründe: falsche Unterrichtsform, fehlende Eigenarbeit des Schülers oder eine unerkannte Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie). Ein Gespräch mit der Lehrkraft an der Schule kann Klarheit schaffen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle pädagogische Beratung. Bei Lernschwierigkeiten wenden Sie sich an eine qualifizierte Lehrkraft oder einen Lerntherapeuten.

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