TV-Programm heute: So holen Sie mit fünf Handgriffen das beste Bild und den besten Ton heraus

Techniker stellt in einem Wiener Wohnzimmer die Bildeinstellungen eines Flachbildfernsehers ein
Thomas Thomas MoserUnterhaltungselektronik
4 Min. Lesezeit 20. Juli 2026

Millionen Österreicherinnen und Österreicher tippen jeden Abend "TV-Programm heute" in die Suchmaschine, um den Film oder die Show für den Abend zu finden. Am 20. Juli 2026 ist das nicht anders. Doch während die Programmwahl in Sekunden erledigt ist, sitzen viele vor einem Fernseher, der sein eigentliches Potenzial nie zeigt – schlicht, weil die Werkseinstellungen nie angepasst wurden. Wer heute Abend einschaltet, holt mit wenigen Handgriffen deutlich mehr Bild- und Tonqualität heraus, als der Geräteneupreis vermuten lässt.

Antennen-TV in Österreich läuft längst über DVB-T2

Grundlage für ein sauberes Bild ist zunächst der Empfang. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ist der ältere Standard DVB-T abgeschaltet, gesendet wird ausschließlich über den Nachfolger DVB-T2, der unter der Marke simpliTV vertrieben wird. Über die Antenne empfangen Haushalte damit die komplette ORF-Senderfamilie sowie 3sat, ServusTV und ATV in HD-Qualität – ohne laufende Zusatzkosten.

Die Reichweite ist beachtlich: Laut simpliTV versorgen mehr als 400 stationäre Funksender rund 96 Prozent aller Haushalte mit einem störungsfreien Signal. Durch das engmaschige Sendernetz bleibt der Empfang auch bei Gewitter oder Sturm stabil. Wer noch ein älteres Gerät nutzt, braucht ein CI+-Modul oder eine simpli-Box; das erweiterte Paket simpli more bietet 60 HD-Sender für 12,90 Euro im Monat.

Wichtig für Konsumentinnen und Konsumenten: Für den technischen Rahmen des Rundfunks in Österreich – von Frequenzen bis zu Empfangsfragen – ist die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) zuständig. Wer bei Empfangsproblemen oder Senderbelegung offizielle Auskünfte sucht, findet dort die verlässliche Anlaufstelle.

Warum das Bild ab Werk selten stimmt

Neue Fernseher werden im Handel oft im sogenannten "Verkaufs-" oder "Dynamik"-Modus ausgeliefert. Dieser Modus ist für die grelle Ladenbeleuchtung optimiert: übersteigerte Farben, maximale Helligkeit, ein kühler Blaustich. Im Wohnzimmer wirkt das Bild dadurch unnatürlich und ermüdet die Augen.

Der erste Griff sollte deshalb dem Bildmodus gelten. Voreinstellungen wie "Kino", "Film" oder "Filmmaker Mode" kommen der Absicht der Produktion am nächsten. Der 2019 von der Filmindustrie eingeführte Filmmaker Mode ist inzwischen bei vielen Marken verfügbar und deaktiviert automatisch Bildverschlimmbesserer, über die viele stolpern.

Der bekannteste davon ist die Zwischenbildberechnung, auch Bewegungsglättung genannt. Sie erzeugt den berüchtigten "Soap-Opera-Effekt": Kinofilme wirken plötzlich wie eine billig abgefilmte Fernsehproduktion. Für Sport kann eine niedrige Stufe sinnvoll sein, für Filme und Serien sollte man sie deutlich reduzieren oder abschalten.

HDR, Kontrast und der Energiesparmodus

Aktuelle Sender und Streamingdienste liefern zunehmend HDR-Inhalte mit größerem Helligkeits- und Farbumfang. Damit die Wirkung ankommt, muss der Fernseher HDR-Signale auch erkennen – bei Zuspielung über HDMI hilft es, im Menü den erweiterten HDMI-Farbraum ("Enhanced" oder "UHD Color") für den genutzten Anschluss zu aktivieren. Ohne diese Einstellung bleiben viele Geräte im eingeschränkten Modus und zeigen blasse, abgeschnittene Farben.

Eine häufige Stolperfalle ist der Umgebungslicht- oder Energiesparsensor. Er dimmt das Bild je nach Raumhelligkeit ab – gut für die Stromrechnung, schlecht für dunkle Filmszenen, die dadurch matschig und detailarm werden. Wer abends bewusst Filme schaut, deaktiviert diese Automatik oder stellt sie auf eine niedrige Stufe.

Der Ton entscheidet über den Filmabend

Moderne Fernseher sind extrem flach – und genau das ist das Problem für den Klang. In den schmalen Gehäusen ist kaum Platz für Lautsprecher, weshalb gerade Dialoge oft dünn und schwer verständlich klingen. Viele Geräte bieten deshalb einen eigenen Modus zur Sprachverständlichkeit ("Klare Stimme", "Dialog") sowie einen Nachtmodus, der laute Effekte dämpft, ohne dass leise Passagen untergehen.

Für einen spürbaren Sprung lohnt sich eine Soundbar, die per HDMI-ARC oder eARC angeschlossen wird. Wichtig dabei: die Tonausgabe des Fernsehers im Menü tatsächlich auf das externe Gerät umstellen und die interne Lautstärkeregelung entsprechend konfigurieren – ein Schritt, der bei der Selbstinstallation regelmäßig vergessen wird.

Wann sich ein Fachmann auszahlt

Viele Optimierungen gelingen in Eigenregie. Es gibt jedoch Situationen, in denen sich der Anruf bei einem Fachbetrieb für Unterhaltungselektronik lohnt. Dazu zählen wiederkehrende Empfangsaussetzer trotz starkem Signal, ein Bild, das sich auch nach der Kalibrierung nicht stimmig einstellen lässt, oder die Integration mehrerer Geräte – Receiver, Soundbar, Spielekonsole und Streaming-Box – in ein sauber geschaltetes HDMI-Setup.

Ein Techniker kann den Fernseher mit Messgeräten professionell kalibrieren, die Antennenausrichtung prüfen und dabei auch feststellen, ob ein Defekt vorliegt, der einen Reparatur- oder Garantieanspruch begründet. Gerade bei hochwertigen OLED- oder Mini-LED-Geräten kann eine fachgerechte Einstellung den sichtbaren Unterschied ausmachen, für den man beim Kauf ohnehin bezahlt hat.

Über ExpertZoom lässt sich unkompliziert eine Fachkraft für Unterhaltungselektronik in der Nähe finden, die den Fernseher überprüft, einstellt und bei Empfangs- oder Anschlussfragen berät. Wer wissen möchte, ob sein Gerät für kommende Großereignisse gerüstet ist, findet im Ratgeber zur TV-Ausstattung sowie zur Smart-TV-Einrichtung weitere Orientierung.

Fünf Minuten für einen besseren Fernsehabend

Bevor heute Abend das gewählte Programm startet, genügen wenige Handgriffe: Bildmodus auf "Film" oder "Filmmaker", Bewegungsglättung reduzieren, HDMI-Farbraum aktivieren, Energiesparsensor prüfen und den Dialogmodus für den Ton einschalten. Der Aufwand kostet fünf Minuten – der sichtbare und hörbare Gewinn hält bei jedem Einschalten an. Und wenn das Ergebnis trotz aller Einstellungen nicht überzeugt, ist das oft das deutlichste Zeichen, dass ein Fachbetrieb einen genaueren Blick werfen sollte.

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