Am 5. Mai 2025 schaltete Microsoft Skype endgültig ab. Seitdem tickt für Millionen ehemaliger Nutzer eine Uhr — und am 15. Juni 2026 endet die letzte Frist: Wer bis dahin seine Chatverläufe, Fotos und Sprachnachrichten nicht exportiert hat, verliert sie für immer. In Österreich sind zehntausende Nutzer betroffen.
Warum diese Frist ernst genommen werden muss
Microsoft hat das Datum klipp und klar kommuniziert: „Ihre Daten werden nach dem 15. Juni 2026 vollständig gelöscht", heißt es auf der offiziellen Support-Seite. Bereits ab dem 1. April 2026 startete Microsoft mit dem schrittweisen Löschen von Nutzerdaten — wer nach diesem Datum noch exportieren will, riskiert, dass der Export nicht mehr vollständig ist.
Laut Microsoft umfasste die weltweite Skype-Nutzerbasis zuletzt rund 30 Millionen monatlich aktive Nutzer — eine enorme Zahl an potenziell betroffenen Personen, von denen viele die Abschaltung kaum wahrgenommen haben.
Welche Daten stehen auf dem Spiel?
Nicht alle Daten werden automatisch zu Teams Free übertragen. Folgende Inhalte sind nur über den manuellen Export zu sichern:
- Gesamter Chatverlauf (Text-, Bild- und Videonachrichten)
- Geteilte Dateien, Fotos und Videos aus Konversationen
- Sprachnachrichten und Voicemails
- Anrufaufzeichnungen
- Kontaktliste und Gruppen
- Informationen zu Skype-Guthaben
Wichtige Ausnahme: Private Konversationen (Ende-zu-Ende verschlüsselt), Chats mit Unternehmens- oder Schulkonten sowie Konversationen mit Bots werden nicht zu Teams Free übertragen. Diese Inhalte sind ausschließlich über den manuellen Export zugänglich.
So exportieren Sie Ihre Skype-Daten — Schritt für Schritt
Microsoft stellt über das offizielle Support-Portal eine Exportmöglichkeit bereit. So funktioniert es laut Microsoft Support:
- Export-Portal aufrufen: Über
secure.skype.com/en/data-exportoder direkt aufteams.live.com/dataexport/skypeanmelden - Mit Microsoft-Konto anmelden: Die bisherigen Skype-Zugangsdaten verwenden
- Daten auswählen: „Unterhaltungen" und/oder „Dateien" (Medien) markieren
- Anforderung übermitteln: Auf „Anforderung übermitteln" klicken, dann bestätigen
- Auf Download warten: Unter „Verfügbare Exporte" erscheint der Download, sobald er fertig ist
- Herunterladen und sichern: Die Datei kommt als TAR-Archiv — unter Windows 10/11 mit der Kommandozeile (
tar -xvf) oder mit 7-Zip öffnen; macOS entpackt TAR-Dateien automatisch
Wichtig für große Datenmengen: Der Export kann bis zu 30 Tage dauern. Wer erst jetzt beginnt und die Frist am 15. Juni ernst nehmen will, sollte die Anfrage spätestens bis 15. Mai 2026 stellen — eigentlich schon zu spät. Wer bis heute noch nicht gehandelt hat, sollte das unmittelbar tun.
Microsoft Teams Free als Nachfolger
Für Privatnutzer hat Microsoft Teams Free als direkten Skype-Ersatz positioniert. Die Anmeldung ist mit den bisherigen Skype-Zugangsdaten möglich, und sofern man noch aktiv auf Skype war, werden Chats und Kontakte automatisch übernommen.
Teams bietet grundlegende Funktionen wie Video- und Audioanrufe, Gruppen-Chats und Dateifreigabe — also einen vergleichbaren Funktionsumfang für den Privatgebrauch. Für geschäftliche Nutzer gibt es kostenpflichtige Teams-Pläne mit erweiterten Funktionen.
Wer besonders aufpassen muss
Besonders betroffen sind:
- Ältere Nutzer und Menschen mit wenig Technikaffinität, die Skype jahrelang für Videotelefonate mit Familie und Freunden nutzten und die Abschaltung möglicherweise nicht aktiv mitbekommen haben
- Kleinunternehmer und Freiberufler, die Skype für Kundenkorrespondenz genutzt haben — deren Chatverlauf kann relevante geschäftliche Informationen enthalten
- Menschen mit Skype-Guthaben — dieses wurde zwar von Microsoft zurückerstattet, aber nur bei aktiver Kontonutzung vor dem Abschaltzeitpunkt
Hilfe bei Datensicherung und Systemmigrationen
Die technische Umstellung von Kommunikationssystemen überfordert viele — ob im privaten oder geschäftlichen Bereich. IT-Experten können helfen, die Datensicherung korrekt durchzuführen, exportierte Archive zu öffnen und zu durchsuchen sowie langfristig passende Kommunikationslösungen zu finden.
Gerade für Unternehmen, die Skype intensiv genutzt haben und nun auf sichere, DSGVO-konforme Alternativen umsteigen wollen, lohnt sich eine professionelle Beratung. Sie verhindert Datenverluste und sichert, dass wichtige Kommunikationsverläufe langfristig verfügbar bleiben.
Der 15. Juni 2026 ist nicht mehr weit — wer seine Skype-Daten noch retten will, sollte jetzt handeln.
Warum Datenverlust dauerhaft schmerzen kann
Viele unterschätzen, wie wertvoll die in Skype gespeicherten Daten sein können. Jahrelange Familiengespräche, Fotos von Kindern und Enkeln, geteilte Urlaubsvideos — all das ist in vielen Skype-Archiven gespeichert. Für manche Menschen handelt es sich um unwiederbringliche persönliche Erinnerungen.
Auch für Selbstständige und Freiberufler können Skype-Chats wichtige geschäftliche Informationen enthalten: Vereinbarungen, Angebote, Projektdiskussionen, Kontaktdaten. Was nie ausgedruckt oder anderweitig gesichert wurde, existiert nach dem 15. Juni 2026 möglicherweise nicht mehr.
Was passiert, wenn man die Frist verpasst?
Microsoft ist unmissverständlich: Nach dem Stichtag ist eine Wiederherstellung ausgeschlossen. Es gibt kein „zu spät angerufen und doch noch gerettet" — die Löschung ist endgültig und irreversibel. Selbst mit einem rechtlichen Ersuchen wäre Microsoft nicht in der Lage, bereits gelöschte Daten wiederherzustellen.
Wer seinen Microsoft-Account weiterhin für andere Dienste (Outlook, Office 365, Xbox) nutzt, verliert damit keine Zugangsdaten — nur die spezifischen Skype-Daten werden gelöscht.
Alternativen nach dem Skype-Ende
Neben Teams Free gibt es weitere Kommunikationsoptionen, die für verschiedene Bedürfnisse geeignet sind:
- Teams Free: Direkter Microsoft-Nachfolger, kostenlos für Privatnutzer
- Signal: Besonders datenschutzfreundlich, Ende-zu-Ende-verschlüsselt, empfohlen für sicherheitsbewusste Nutzer
- Zoom: Bewährt für Video-Meetings, Gratis-Plan für Privatnutzer verfügbar
- FaceTime/iMessage: Für Apple-Nutzer eine bequeme Alternative ohne zusätzliche App
Wer beruflich kommuniziert und DSGVO-konform bleiben möchte, sollte sich von einem IT-Experten zu den Möglichkeiten beraten lassen — nicht jede kostenlose Lösung ist für geschäftliche Zwecke geeignet.
IT-Unterstützung in Anspruch nehmen
Der Export und die Migration von Kommunikationsdaten überfordert viele Nutzer — besonders wenn große Datenmengen über Jahre aufgelaufen sind. IT-Fachleute können den Exportprozess begleiten, TAR-Archive entpacken und lesbar machen, Daten in neue Systeme überführen und sicherstellen, dass nichts verloren geht. Für Unternehmen können sie zudem die Migration auf datenschutzkonforme Alternativen planen und umsetzen.
Der 15. Juni 2026 ist ein harter Endpunkt — aber wer jetzt handelt, kann seine Skype-Geschichte bewahren.

Alexander Huber