Saša Kalajdžić: 3 Kreuzbandrisse und WM 2026, was Hobbyathleten daraus lernen können

LASK-Spieler im österreichischen Bundesliga-Einsatz 2026, symbolisch für Saša Kalajdžićs Comeback

Photo : Werner100359 / Wikimedia

Claudia Claudia GruberGesundheit
4 Min. Lesezeit 25. Mai 2026

Saša Kalajdžić steht für ein modernes Fußballwunder: Drei Kreuzbandrisse, mehr als 1.000 Tage Verletzungspause – und dennoch steht der österreichische Stürmer nun im WM-Kader 2026. Doch was lehrt seine Geschichte Hobbyathleten und Freizeit­sportler, die selbst mit Knieverletzungen kämpfen?

Drei Kreuzbandrisse in einer Karriere – ein medizinisches Ausnahme­schicksal

Kalajdžić erlitt seinen dritten Kreuzbandriss am 19. Februar 2024 in einem Bundesliga­spiel bei Eintracht Frankfurt. Bis zu seinem Comeback im Sommer 2025 bestritt er keine einzige Pflichtpartie – insgesamt fehlte er über tausend Tage. Dass er es dennoch in den 26-Mann-Kader von Österreichs Teamchef Ralf Rangnick für die FIFA-WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA schaffte, gilt als eines der bewegendsten Comebacks des aktuellen Fußballjahrs.

Beim LASK, wo er seit September 2025 auf Leihbasis von Wolverhampton Wanderers spielt, erzielte er in der Saison 2025/26 sage und schreibe 18 Torbeteiligungen in 27 Spielen – darunter 13 allein in seinen letzten zehn Partien. Der Verein gewann erstmals seit 61 Jahren das österreichische Double aus Bundesliga­titel und ÖFB-Cup. Ohne Kalajdžić wäre das kaum möglich gewesen.

Doch wie schafft ein Profi nach dreifachem Kreuzband­riss eine solche Leistungs­explosion? Und was sollten Menschen, die selbst unter Knie­problemen leiden, daraus lernen?

Was passiert beim Kreuzband­riss wirklich?

Das vordere Kreuzband (Ligamentum cruciatum anterius, kurz ACL) ist eine der zentralen Stabilitäts­strukturen im Kniegelenk. Es verhindert, dass der Unterschenkel nach vorne gleitet und stabilisiert das Gelenk bei Dreh- und Stopp­bewegungen – genau die Belastungen, die im Fußball, aber auch beim Skifahren, Tennis oder Handball alltäglich sind.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind regelmäßige Bewegung und Sport zwar entscheidend für die Gesundheit, doch müssen Verletzungsrisiken professionell gemanagt werden. Der Kreuzband­riss zählt dabei zu den häufigsten und schwerwiegendsten Sportverletzungen überhaupt. Die Heilung dauert in der Regel neun bis zwölf Monate, in schwierigen Fällen deutlich länger. Bei Kalajdžić zeigte sich: Auch nach mehrfachem Eingriff ist eine vollständige Rückkehr ins Profi­sport­niveau möglich – vorausgesetzt, Therapie und Rehabilitation werden konsequent durchgeführt.

Typische Symptome eines Kreuzband­risses:

  • Plötzlicher, stechender Schmerz im Knie
  • Deutlich hörbares oder spürbares „Knacken" im Gelenk
  • Starke Schwellung innerhalb weniger Stunden
  • Instabilitätsgefühl beim Auftreten oder Gehen

Wann muss ich unbedingt zum Arzt?

Hier liegt die wichtigste Lektion aus Kalajdžićs Geschichte: Profis wie er haben sofortigen Zugang zu Mannschafts­ärzten, Sportphysiotherapeuten und Operations­spezialisten. Freizeit­sportler hingegen warten oft zu lange.

„Bei Verdacht auf einen Kreuzband­riss sollte unmittelbar ein Arzt – idealerweise ein Sportmediziner oder Orthopäde – aufgesucht werden", empfehlen österreichische Fachgesellschaften übereinstimmend. Wer eine Kniever­letzung mit Schwellung und Instabilität auf die leichte Schulter nimmt, riskiert Folge­schäden: Meniskus­verletzungen, Knorpel­schäden und chronische Instabilität sind häufige Komplikationen eines nicht- oder schlecht behandelten Kreuzband­risses.

Die Diagnose erfolgt typischerweise durch klinische Untersuchung (Lachman-Test, vorderer Schubladen­test) und wird mittels MRT bestätigt. Je nach Befund entscheiden Arzt und Patient gemeinsam, ob eine konservative Behandlung (Physiotherapie ohne OP) oder ein operativer Eingriff sinnvoll ist.

Rehabilitation: Der entscheidende Faktor

Kalajdžićs Weg zurück zeigt, dass Rehabilitation keine passive Erholungsphase ist, sondern aktives, strukturiertes Training. Eine typische ACL-Rehabilitation umfasst:

  1. Phase 1 (Wochen 1–6): Entzündungs­kontrolle, Schwellungs­reduktion, sanfte Mobilisations­übungen
  2. Phase 2 (Wochen 6–16): Kraft­aufbau der Oberschenkel- und Gesäß­muskulatur, Propriozeptions­training
  3. Phase 3 (Monat 4–9): Sport­spezifisches Training, Laufen, Richtungs­wechsel
  4. Phase 4 (ab Monat 9): Vollbelastung, Rückkehr in den Sport

Entscheidend ist nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Komponente. Viele Patienten – Profis wie Amateure – leiden nach einer schweren Knie­verletzung unter Angst vor erneutem Reißen. Sportpsychologische Begleitung kann dabei helfen, das volle Vertrauen in das Knie wieder­herzustellen.

Das Risiko der Wieder­verletzung

Drei Kreuzband­risse wie bei Kalajdžić sind medizinisch gesehen ein extremer Ausnahmefall. Studien zeigen, dass das Risiko einer erneuten ACL-Verletzung nach der ersten OP bei etwa 15 bis 25 Prozent liegt – besonders in den ersten zwei Jahren nach dem Eingriff und bei früher Rückkehr in den Sport. Nach einem zweiten oder dritten Riss steigt dieses Risiko weiter.

Für Freizeit­sportler bedeutet das: Eine vorschnelle Rückkehr in den Sport – weil das Knie „sich gut anfühlt" – kann fatal sein. Sportmediziner können anhand von Funktions­tests und Kraft­messungen objek­tiv beurteilen, wann die Rückkehr sicher ist.

Wann ein Sportmediziner wirklich helfen kann

Nicht jede Knie­verletzung ist ein Kreuzband­riss. Aber viele Beschwerden, die Freizeit­sportler als „normalen Schmerz" abtun, hätten von einem Fachmann früher erkannt und behandelt werden sollen. Ein Sportmediziner ist die richtige Anlaufstelle bei:

  • Anhaltenden Knieschmerzen nach Sport­belastung
  • Schwellung oder Wärme im Kniegelenk
  • Instabilitätsgefühl oder „Wegknicken" des Knies
  • Schmerzen, die trotz Pause nicht besser werden
  • Vorgeschichte mit Knieverletzungen (erhöhtes Risiko)

Frühzeitige Diagnose und gezielte Therapie verkürzen nicht nur die Ausfallzeit, sondern verhindern oft schwerwiegendere Folgeschäden. Wer nach Saša Kalajdžićs Geschichte wartet, vergisst dabei: Der Österreicher hatte die besten Spezialisten an seiner Seite – rund um die Uhr.

Was Kalajdžićs Geschichte uns lehrt

Die Reise von drei Kreuzband­rissen bis zur WM-Nominierung 2026 ist ein außergewöhnliches Zeugnis menschlicher Willens­kraft und moderner Sportmedizin. Für Hobby­sportler ist die Botschaft eindeutiger: Bei Kniever­letzungen zählt Schnelligkeit – nicht beim Comeback, sondern bei der Diagnose.

Wer nach einer Kniever­letzung schnell den richtigen Sportmediziner oder Orthopäden konsultiert, erhöht die Chancen auf eine vollständige, dauerhafte Genesung erheblich. Auf einem Plattform wie Expert Zoom können Sie erfahren, wie österreichische Sportmediziner auch andere Kreuzband­patienten auf ihrem Weg zurück begleitet haben – und wann es an der Zeit ist, professionelle Hilfe zu suchen.

Kalajdžić fliegt zur WM. Die Frage für alle anderen lautet: Behandeln Sie Ihr Knie so sorgfältig wie ein Profi?


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf eine Kniever­letzung wenden Sie sich bitte an einen Facharzt.

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