Neuer Railjet Doppelstock ab Ende 2026: Warum das Gratis-WLAN an Bord ein Sicherheitsrisiko ist

Reisender nutzt Laptop und Smartphone im WLAN eines neuen ÖBB Railjet Doppelstockzugs
4 Min. Lesezeit 15. Juli 2026

Die ÖBB haben Mitte Juli 2026 den neuen Railjet Doppelstock erstmals öffentlich präsentiert – und mit ihm eine Reisezukunft, in der praktisch jeder Fahrgast dauerhaft online ist. Die neuen Doppelstockzüge sollen ab Ende 2026 mit bis zu 200 km/h auf der Weststrecke zwischen Wien und Salzburg fahren, wie unter anderem der ORF berichtet. Kostenloses WLAN gehört dabei zur Grundausstattung. Genau dieser Komfort birgt jedoch ein Risiko, das viele Reisende unterschätzen: Ein offenes Zug-WLAN ist eines der leichtesten Ziele für Datendiebe.

Was die ÖBB präsentiert haben

Der neue Railjet Doppelstock bietet laut ÖBB deutlich mehr Sitzplätze, einen barrierefreien Niederflureinstieg und modernisierte Innenräume. Zusätzlich zeigte die Bahn erstmals den Railjet Sonnendeck – nach eigenen Angaben den weltweit ersten Doppelstockzug mit offenem Oberdeck. Zwei dieser Sonnendeck-Garnituren sollen ab Sommer 2026 auf der Südstrecke unterwegs sein.

Für Pendlerinnen und Fernreisende bedeutet das: längere Fahrten, mehr Zeit am Laptop, mehr Videocalls, mehr Online-Banking während der Fahrt. Die technische Ausstattung lädt förmlich dazu ein, den Zug zum rollenden Büro zu machen. Wer die Mobilitäts- und Ausstattungsdetails der neuen Garnituren im Detail vergleichen möchte, findet dazu eine eigene Übersicht in unserem Beitrag zu den neuen ÖBB-Doppelstockzügen und ihrer Barrierefreiheit.

Warum das Gratis-WLAN im Zug zum Risiko wird

So praktisch ein offener Hotspot ist – aus Sicht der IT-Sicherheit ist er eine Einladung. Öffentliche WLAN-Netze bieten Cyberkriminellen eine ideale Angriffsfläche, warnt das offizielle österreichische Portal onlinesicherheit.gv.at. Zwei Angriffsarten sind besonders verbreitet.

Erstens die gefälschten Netzwerke, auch „Evil Twin" genannt: Angreifer stellen einen eigenen Hotspot auf, der genauso heißt wie das echte Bordnetz – etwa „Railjet Free WiFi". Wer sich versehentlich damit verbindet, schickt seinen gesamten Datenverkehr direkt über das Gerät des Kriminellen. Zweitens die sogenannten Man-in-the-Middle-Angriffe: Dabei wird der Datenverkehr zwischen Ihrem Gerät und dem Internet mitgelesen und teils sogar manipuliert. Auf diesem Weg gelangen Angreifer an Passwörter, Zugangsdaten oder verbreiten Schadsoftware.

Das Tückische daran: Für Reisende ist ein solcher Angriff im laufenden Betrieb praktisch nicht erkennbar. Die Verbindung fühlt sich völlig normal an, die gewohnten Webseiten laden, und trotzdem können im Hintergrund Zugangsdaten abfließen. Anders als bei einem Betrugsanruf oder einer offensichtlichen Phishing-Mail fehlt jedes Warnsignal. Genau das macht öffentliche Netze so gefährlich – die Sicherheit hängt allein davon ab, wie gut das eigene Gerät vorbereitet ist.

Das Portal onlinesicherheit.gv.at rät deshalb ausdrücklich davon ab, Online-Banking zu erledigen oder sensible E-Mails zu verschicken, solange man in einem öffentlichen WLAN unterwegs ist. Gerade auf einer zweistündigen Zugfahrt zwischen Wien und Salzburg ist die Versuchung aber groß, genau das zu tun – die Fahrzeit wirkt wie geschenkte Arbeitszeit. Die zentrale Empfehlung lautet: Verbindungen immer nur über HTTPS und zusätzlich über ein gesichertes VPN aufbauen, das eine authentifizierte, verschlüsselte und vor Manipulation geschützte Verbindung herstellt.

So schützt Sie ein IT-Experte

Für Laien klingen Begriffe wie VPN, Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Verschlüsselungsprotokoll oft abstrakt. Genau hier setzt die Beratung durch einen IT-Sicherheitsexperten an. Ein Informatiker kann Ihr Notebook und Ihr Smartphone so einrichten, dass die Nutzung öffentlicher Netze deutlich sicherer wird – ohne dass Sie bei jeder Fahrt selbst nachdenken müssen.

Konkret hilft eine Fachkraft dabei,

  • ein vertrauenswürdiges VPN auszuwählen und dauerhaft einzurichten, sodass Ihr Datenverkehr automatisch verschlüsselt wird, sobald Sie sich mit einem fremden Netz verbinden;
  • die Geräte so zu konfigurieren, dass sie sich nicht automatisch in offene WLAN-Netze einwählen – ein häufig übersehenes Einfallstor;
  • eine funktionierende Backup-Strategie aufzusetzen, damit bei einem Hackerangriff oder Geräteverlust keine Daten verloren gehen, wie es onlinesicherheit.gv.at empfiehlt;
  • Betriebssystem und Software regelmäßig zu aktualisieren, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen.

Besonders für Selbstständige und kleine Unternehmen lohnt sich diese Investition. Wer im Zug an Kundendaten, Angeboten oder Buchhaltung arbeitet, trägt Verantwortung für fremde Informationen. Ein einziger kompromittierter Login kann teurer werden als jahrelange IT-Beratung. Ein Experte prüft im Rahmen einer solchen Beratung auch, ob Ihre mobilen Geräte den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung entsprechen.

Sinnvoll ist eine solche Einrichtung auch für Familien und Studierende, die auf langen Strecken streamen, lernen oder spielen. Denn nicht jede Bedrohung zielt auf Firmendaten – auch private Fotos, Passwörter für soziale Netzwerke oder gespeicherte Zahlungsdaten sind ein lohnendes Ziel. Ein Fachmann kann außerdem erklären, welche kostenlosen VPN-Angebote man besser meidet, weil sie ihrerseits Daten sammeln, und worauf man bei der Auswahl eines seriösen Anbieters achten sollte.

Was Sie schon vor der nächsten Fahrt tun sollten

Auf den neuen Railjet Doppelstock müssen Sie nicht warten, um Ihr digitales Reisegepäck abzusichern. Drei Schritte sind sofort umsetzbar. Prüfen Sie erstens, ob auf Ihren Geräten die automatische WLAN-Verbindung deaktiviert ist. Verzichten Sie zweitens im Zug grundsätzlich auf Online-Banking und melden Sie sich nicht bei Diensten an, die keine Zwei-Faktor-Authentifizierung bieten. Und richten Sie drittens ein VPN ein, bevor Sie das nächste Mal einsteigen.

Wer sich unsicher ist, welche Lösung zu den eigenen Geräten und dem eigenen Nutzungsverhalten passt, sollte diese Fragen nicht dem Zufall überlassen. Eine kurze Beratung durch einen IT-Fachmann oder eine IT-Fachfrau schafft Klarheit – und macht aus dem neuen Bordkomfort einen echten Vorteil statt einer Sicherheitslücke.

Die neuen Züge machen das Reisen komfortabler und schneller. Damit der digitale Teil der Fahrt genauso entspannt bleibt wie der Blick vom Sonnendeck, lohnt es sich, die eigene Gerätesicherheit einmal professionell auf den Prüfstand zu stellen. Detaillierte Grundlagen zum sicheren Umgang mit öffentlichen Netzen bietet das offizielle Bundesportal unter onlinesicherheit.gv.at.

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