Pacult enthüllt: Spieler borgten sich Mietgeld – So sichern sich Profis finanziell ab

Peter Pacult, österreichischer Fußballtrainer, spricht über finanzielle Realität im Profisport

Photo : Steindy / Wikimedia

Markus Markus WeberVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 6. Juli 2026

Peter Pacult hat das österreichische Fußballjahr 2026 mit einer ungewöhnlich offenen Aussage in die Schlagzeilen gebracht: An einem seiner ehemaligen Vereine borgten sich Spieler gegenseitig Geld für die Miete. „Haben Spieler gehabt, die sich untereinander Geld für Miete geborgt haben", sagte der 61-jährige Ex-Trainer, der zuletzt beim Wolfsberger AC und davor über Jahre bei Austria Klagenfurt tätig war. Diese Enthüllung trifft den österreichischen Profifußball im Sommer 2026 an einem empfindlichen Punkt – und wirft grundlegende Fragen zur finanziellen Absicherung im Sport auf.

Was verdienen Profifußballer in Österreich wirklich?

Während die öffentliche Wahrnehmung von Millionengehältern aus der deutschen Bundesliga oder der englischen Premier League geprägt ist, zeigt die Realität in der österreichischen Fußball-Bundesliga ein anderes Bild. Branchenkenner schätzen das Durchschnittsgehalt eines österreichischen Bundesligaspielers auf 3.000 bis 8.000 Euro brutto pro Monat – je nach Verein und Spielstärke. Nach Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und laufenden Fixkosten wie Miete in Wien oder Graz bleibt für viele Spieler weniger übrig, als man annehmen würde.

Hinzu kommt: Die aktive Karriere eines Profifußballers dauert im Schnitt nur zehn bis zwölf Jahre, oft bis Mitte dreißig. In diesem engen Zeitfenster müssen Sportler nicht nur für das laufende Leben sorgen, sondern gleichzeitig für Jahrzehnte danach vorsorgen. Wer dabei keine Strategie verfolgt, riskiert genau das, was Pacult beschreibt: finanzielle Engpässe trotz aktivem Profigehalt.

Pacults eigene Karriere als Mahnung

Peter Pacult kennt die Höhen und Tiefen des Trainerberufs aus eigener Erfahrung. Im April 2025 wurde der gebürtige Wiener nach einer 0:6-Niederlage gegen den LASK bei Austria Klagenfurt entlassen. Wenige Monate später, im Oktober 2025, übernahm er den Posten als Cheftrainer beim Wolfsberger AC – doch auch dort hielt das Engagement nicht länger als fünf Pflichtspiele. Seither ist Pacult vereinslos und sucht im Sommer 2026 eine neue Herausforderung.

Solche plötzlichen Entlassungen sind im Trainerwesen keine Ausnahme. Sie können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen – gerade dann, wenn keine ausreichenden Rücklagen vorhanden sind. Ähnliche Fragen rund um Verträge und finanzielle Absicherung im österreichischen Profifußball hat auch die Karriere von Matthias Jaissle aufgeworfen, der als österreichischer Trainer international reüssierte.

Fünf Schritte zur finanziellen Absicherung im Profisport

Pacults Enthüllung ist kein Einzelfall. Studien der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro zeigen: Rund 45 Prozent ehemaliger Profisportler geraten innerhalb von fünf Jahren nach Karriereende in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Dabei wären viele dieser Situationen mit einfachen Grundregeln zu vermeiden.

Notgroschen aufbauen: Ein Liquiditätspuffer von drei bis sechs Monatsgehältern schützt vor unerwarteten Einkommensunterbrechungen. Dieses Geld sollte auf einem täglich verfügbaren Konto liegen – nicht in illiquiden oder riskanten Anlagen. Für Profisportler mit unregelmäßigen Vertragslaufzeiten ist dieser Puffer besonders wichtig.

Pensionslücken früh schließen: In Österreich basiert die staatliche Altersvorsorge auf dem ASVG-System. Kurze Beschäftigungszeiten, häufige Arbeitgeberwechsel oder Auslandsengagements können zu empfindlichen Pensionslücken führen. Eine freiwillige Höherversicherung oder die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge kann diese Lücken frühzeitig schließen.

Fixkosten regelmäßig überprüfen: Hohe Mietkosten in Ballungszentren können auch ein gutes Gehalt aufzehren. Wer seine fixen Ausgaben einmal jährlich analysiert und bei Bedarf anpasst, gewinnt finanziellen Spielraum für Unterbrechungen zwischen Engagements.

Einkommensschutz absichern: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Profisportler besonders relevant. Ein Kreuzbandriss oder eine chronische Überlastungsverletzung kann die Karriere von einem Tag auf den anderen beenden – wer dann keine Absicherung hat, verliert nicht nur den Job, sondern auch die finanzielle Grundlage.

Professionelle Beratung in Anspruch nehmen: Die österreichische Finanzlandschaft bietet vielfältige Produkte – von Investmentfonds über Versicherungen bis zu steueroptimierter Vorsorge. Laut der Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) sind in Österreich über 2.800 konzessionierte Finanzdienstleister tätig, die bei der Auswahl passender Produkte helfen können. Entscheidend ist dabei, einen Berater zu wählen, der transparent über Kosten und Provisionen kommuniziert.

Finanzielle Bildung im Sport – ein unterschätzter Bereich

Die österreichische Fußball-Bundesliga (ÖFBL) und die Spielergewerkschaft VSÖ bieten bislang kaum strukturierte Finanzkurse für Nachwuchs- und Profispieler an. In England etwa gibt es seit Jahren verpflichtende Financial-Literacy-Programme für Neuvertragte in der Premier League. Österreich hinkt in diesem Bereich deutlich hinterher.

Pacults Aussage könnte ein Weckruf für den heimischen Sport sein: Finanzielle Bildung muss genauso ernst genommen werden wie taktische oder körperliche Ausbildung. Ein Spieler, der sich Geld für die Miete borgen muss, ist weder auf dem Platz noch im Leben wirklich frei. Dieser Grundsatz gilt im Übrigen nicht nur für Profifußballer – er trifft auf alle Berufsgruppen zu, die mit unregelmäßigen Einkommen oder kurzen Vertragslaufzeiten konfrontiert sind: Selbstständige, Künstler, saisonale Arbeitskräfte.

Jetzt handeln – bevor der Engpass entsteht

Wer erkennt, dass die eigene Finanzplanung Lücken aufweist, sollte nicht warten. Eine erste Beratung durch einen Vermögensberater ist oft kostengünstig und kann langfristig entscheidend sein – besonders dann, wenn man sich noch in einer Aufbauphase befindet und ausreichend Zeit hat, gegenzusteuern.

Auf ExpertZoom finden Ratsuchende aus ganz Österreich erfahrene Vermögensberater, die bei der Analyse der persönlichen Finanzlage helfen und maßgeschneiderte Strategien zur Absicherung und Vermögensbildung entwickeln.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzberatung. Für konkrete Anlage- und Versicherungsentscheidungen wenden Sie sich bitte an einen konzessionierten Vermögensberater.

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