Peter Kraus mit 87 auf der Bühne: Was sein Comeback uns über aktives Altern lehrt

Peter Kraus, österreichischer Rockstar und Schlagersänger, auf der Bühne

Photo : Blaues Sofa from Berlin, Deutschland / Wikimedia

Claudia Claudia GruberGesundheit
4 Min. Lesezeit 18. April 2026

Peter Kraus tritt am 18. April 2026 gemeinsam mit seinem Sohn Mike erstmals im deutschen Fernsehen auf — mit 87 Jahren, auf einer der bekanntesten Schlager-Bühnen des Landes. Das Vater-Sohn-Duo bei „Schlager-Spaß mit Andy Borg" ist nicht nur ein Ereignis für Fans: Es ist ein Lehrstück über aktives Altern und was Mediziner heute über ein gesundes Leben bis ins hohe Alter wissen.

Peter Kraus mit 87: Ein Comeback, das Fragen aufwirft

Der österreichische Rockstar und Schlagersänger Peter Kraus — geboren am 18. März 1939 in Augsburg, aufgewachsen in Wien — gilt als einer der langlebigsten Unterhaltungskünstler des deutschen Sprachraums. Seit den 1950er-Jahren steht er auf der Bühne, hat mehr als 50 Alben veröffentlicht und zählt bis heute zu den produktivsten Künstlern seiner Generation.

Am 18. April 2026 trat er gemeinsam mit seinem Sohn Mike Kraus in der ARD-Sendung „Schlager-Spaß mit Andy Borg" auf — ein seltenes TV-Comeback, das auch eine Vater-Sohn-Tournee für 2027 ankündigt. Fans beider Generationen feierten den Auftritt auf sozialen Medien.

Doch der Auftritt weckt auch medizinische Neugier: Wie schafft es jemand mit 87 Jahren, noch regelmäßig auf der Bühne zu stehen? Was macht den Unterschied zwischen aktiver Vitalität und vorzeitigem körperlichem Rückzug?

Was die Forschung über aktives Altern sagt

Aktives Altern ist kein Zufall — und kein Privileg weniger. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert aktives Altern als den Prozess, bei dem die Chancen auf Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe und Sicherheit optimiert werden, um die Lebensqualität von Menschen im Alter zu verbessern. Entscheidend dabei ist nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch soziale Einbindung, mentale Stimulation und Sinnhaftigkeit des Lebens.

Studien der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie zeigen: Regelmäßige körperliche Aktivität kann das biologische Alter um bis zu zehn Jahre senken. Wer bis ins hohe Alter aktiv bleibt — beruflich, kreativ oder sportlich —, hat messbar bessere kognitive Funktionen und ein niedrigeres Risiko für Demenzerkrankungen.

Peter Kraus liefert damit gewissermaßen ein lebendes Fallbeispiel für das, was Gerontologen seit Jahren predigen: Bühnenarbeit, soziale Kontakte, mentale Herausforderung und körperliche Präsenz sind Faktoren, die das Älterwerden verlangsamen können.

Die körperlichen Herausforderungen ab 70

Mit zunehmendem Alter verändern sich viele Körperfunktionen — und das unabhängig davon, wie aktiv jemand ist. Zu den häufigsten medizinischen Problemen bei Menschen über 70 zählen laut dem österreichischen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Das häufigste Gesundheitsproblem älterer Menschen in Österreich. Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Cholesterin und Herzrhythmus ist essenziell.
  • Muskel- und Knochenabbau (Sarkopenie und Osteoporose): Ab dem 60. Lebensjahr verliert der Körper ohne gezieltes Training jährlich 1 bis 2 Prozent Muskelmasse.
  • Gleichgewichtsstörungen und Sturzgefahr: Stürze sind die häufigste Ursache für schwere Verletzungen bei Menschen über 65.
  • Kognitive Veränderungen: Leichte Gedächtnisveränderungen sind normal, müssen aber von klinisch relevanter Demenz unterschieden werden.
  • Polypharmazie: Viele Ältere nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig — was Wechselwirkungen und unerwünschte Nebenwirkungen begünstigt.

Die gute Nachricht: Viele dieser Risikofaktoren lassen sich durch frühzeitige Prävention, regelmäßige Arztbesuche und einen aktiven Lebensstil erheblich reduzieren.

Was ein Arzt konkret empfiehlt

Wer im Alter aktiv und gesund bleiben möchte, sollte laut österreichischen Gesundheitsexperten auf folgende Bereiche achten:

Regelmäßige Vorsorge: Der kostenlose Gesundheits-Check-up in Österreich steht ab dem 18. Lebensjahr jährlich zur Verfügung und umfasst Blutbild, Urinuntersuchung, Blutdruck und Körpergewicht. Ab 50 kommen Darmkrebsvorsorge und Herz-Kreislauf-Screenings hinzu.

Bewegung: Die WHO empfiehlt für Personen ab 65 mindestens 150 bis 300 Minuten moderate aerobe Aktivität pro Woche — zum Beispiel Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren. Zusätzlich sollten zwei Einheiten Krafttraining pro Woche integriert werden.

Ernährung: Eine ausreichende Proteinzufuhr (mindestens 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich) ist entscheidend, um den Muskelabbau zu verlangsamen. Vitamin D und Kalzium spielen eine wichtige Rolle für die Knochengesundheit.

Soziale Kontakte: Einsamkeit ist laut Forschungen der Harvard-Universität einer der stärksten Risikofaktoren für kognitive Verschlechterung. Regelmäßige soziale Interaktion — wie Peter Kraus sie durch seine Bühnenarbeit hat — schützt das Gehirn.

Schlaf: Ausreichend und qualitativ hochwertiger Schlaf ist im Alter besonders wichtig. Schlafstörungen können frühzeitige Anzeichen für neurologische Veränderungen sein und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Nicht jede körperliche Veränderung im Alter ist ein Warnsignal — aber manche Symptome sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden:

  • Plötzliche Gedächtnislücken oder Orientierungslosigkeit
  • Häufige Stürze oder zunehmende Ganginstabilität
  • Kurzatmigkeit bei geringer Belastung
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Anhaltende Schlafprobleme oder depressive Verstimmungen

Ein Allgemeinmediziner oder Internist kann in einem ersten Gespräch einschätzen, ob weiterführende Untersuchungen notwendig sind. Bei spezifischen Beschwerden empfiehlt sich die Überweisung an einen Geriater — einen auf ältere Patienten spezialisierten Facharzt.

Laut dem Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ist die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen in Österreich nach wie vor zu gering — besonders bei Männern über 60.

Das Vorbild Peter Kraus: Was wir mitnehmen können

Peter Kraus ist kein Arzt — aber sein Lebensstil spiegelt wider, was die Medizin seit Jahrzehnten empfiehlt: aktiv bleiben, sozial eingebunden sein, einen Sinn in der Tätigkeit finden. Der Auftritt mit seinem Sohn Mike am 18. April 2026 ist dafür ein sichtbares Symbol.

Ob man mit 87 noch auf der Bühne steht oder im Garten arbeitet, mit Enkeln spielt oder ehrenamtlich aktiv ist — entscheidend ist die Haltung. Aktives Altern ist kein Zustand, den man einfach hat. Es ist eine Entscheidung, die man täglich trifft.

Wer unsicher ist, wie er oder sie den eigenen Körper im Alter am besten unterstützen kann, sollte das Gespräch mit einem erfahrenen Arzt suchen. Eine frühzeitige und regelmäßige medizinische Begleitung macht den Unterschied — nicht erst, wenn Beschwerden auftreten, sondern als bewusste Investition in die Gesundheit. Auf Expert Zoom finden Sie erfahrene Gesundheitsexperten in Ihrer Nähe, die Sie individuell beraten können.

Ähnlich wie bei Howard Carpendale, der mit 80 noch auf der Bühne steht, zeigt Peter Kraus: Aktives Altern ist möglich — mit der richtigen medizinischen Begleitung.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

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