Pep Guardiola verlässt Manchester City: Was Spitzenverdiener beim Karrierewechsel finanziell beachten müssen

Pep Guardiola beim Joan Gamper Trophy – Lehren für Spitzenverdiener beim Karrierewechsel

Photo : Tsutomu Takasu / Wikimedia

Markus Markus WeberVermögensberatung
4 Min. Lesezeit 7. Juli 2026

Zehn Jahre, 20 Titel, ein geschätztes Nettovermögen von rund 100 Millionen Pfund: Pep Guardiola verlässt Manchester City im Sommer 2026 und wechselt in eine neue Rolle als globaler Botschafter der City Football Group. Der 55-jährige Katalane, der seit 2016 mit einem Jahresgehalt von bis zu 25 Millionen Pfund einer der bestbezahlten Trainer der Welt war, steht nun vor einem finanziellen Übergang – einer Situation, die auch für Spitzenverdiener in Österreich lehrreicher ist, als sie zunächst erscheint.

Von der Trainerbank zur Botschafterrolle: Die Zahlen hinter dem Abgang

Guardiola verdiente bei Manchester City laut übereinstimmenden Medienberichten rund 20 Millionen Pfund Grundgehalt pro Jahr, zuzüglich erfolgsabhängiger Boni von bis zu 5 Millionen Pfund. Über zehn Jahre summieren sich diese Bezüge auf schätzungsweise 200 Millionen Pfund brutto. Sein aktuelles Nettovermögen wird von Finanzmedien auf 60 bis 120 Millionen Euro geschätzt – abhängig von Anlageform, Steuerstrategie und internationalem Immobilienbesitz in Barcelona, Manchester und weiteren Standorten.

Die neue Botschafterrolle bei der City Football Group bringt deutlich geringere laufende Einnahmen. Guardiola wird technische Beratung leisten, an ausgewählten Projekten mitarbeiten und die globale Marke der Gruppe repräsentieren – ein klassischer Übergang von der Hauptverdienstquelle zur Nebenrolle. Dieses Szenario kennen in Österreich auch viele Ärzte, Anwälte oder Unternehmensgründer, wenn sie sich schrittweise aus dem aktiven Berufsleben zurückziehen.

Das unterschätzte Risiko: Wenn das laufende Einkommen wegfällt

Der Übergang von einem Spitzengehalt zu deutlich geringeren laufenden Einnahmen ist selbst bei einem Nettovermögen von 100 Millionen Pfund eine kritische Phase. Finanzexperten sprechen vom sogenannten „Einkommensbruch" – und er trifft häufig unvorbereitet.

Für Hochverdiener bedeutet das konkret: Das monatliche Einkommen, das bisher Lebenshaltungskosten, Steuerverpflichtungen und Investitionen abgedeckt hat, fällt weg oder schrumpft erheblich. Der Lebensstil – Immobilien, Personal, Reisen, Sicherheitskosten – bleibt derweil weitgehend konstant. Laut FMA-Verbraucherinformationen zur Veranlagung unterschätzen viele Anleger in dieser Übergangsphase ihren tatsächlichen Kapitalbedarf erheblich und strukturieren ihre Portfolios zu spät auf die neue Lebensphase um.

Steuern, Liquidität und Anlagemodell: Drei Kernfragen beim Karrierewechsel

Für Guardiola stellt sich nun dieselbe Dreiecksfrage, die jeden wohlhabenden Karrierewechsler betrifft:

Steueroptimierung im Übergang: Wer vom aktiven Spitzenverdiener zum Botschafter oder Rentner wird, kann durch gezielte Verlagerung von Kapitalerträgen und Veräußerungsgewinnen in einkommensschwächere Jahre erheblich sparen. In Österreich greift die Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 Prozent zwar pauschal – doch die richtige Strukturierung via GmbH, Privatstiftung oder ausländischer Depotführung kann die effektive Gesamtbelastung deutlich senken.

Liquiditätsplanung: Ein Immobilienportfolio ist reich an Buchwert, aber oft arm an unmittelbar verfügbarer Liquidität. Wenn das monatliche Gehalt wegfällt, müssen Vermögenswerte gezielt verflüssigt werden – ohne dabei unnötige Steuerlasten oder Marktverluste auszulösen. Guardiolas Besitz in Spanien und Großbritannien macht diesen Prozess noch komplexer.

Anlage nach dem Peak: Wer jahrelang ein Spitzengehalt bezogen hat, denkt selten über defensive Renditeziele nach. Doch nach dem Einkommensbruch muss das bestehende Kapital die laufenden Ausgaben dauerhaft finanzieren. Ein ausgewogenes Portfolio aus Anleihen, Dividendenaktien, Immobilien-ETFs und einem Liquiditätspuffer wird zum neuen Standard – kein aggressives Wachstumsportfolio mehr.

Was österreichische Spitzenverdiener daraus lernen können

Guardiolas Situation ist näher an der Realität österreichischer Führungskräfte, als sie auf den ersten Blick scheint. Chirurgen, Steuerberater, Unternehmensgründer, Notare – viele erreichen in ihren späten 50ern einen Einkommenshöhepunkt und stehen danach vor einem vergleichbaren Übergang. Die Frage ist nicht ob, sondern wann dieser Moment kommt – und ob man vorbereitet ist.

Besonders relevant sind folgende Punkte:

  • Bedarfsanalyse: Wie viel Kapital brauche ich tatsächlich, um meinen Lebensstil für 25 bis 35 Jahre nach dem Karriereende zu finanzieren?
  • Risikoprofil-Anpassung: Von „wachstumsorientiert" auf „ertragsorientiert mit Kapitalerhalt" umzustellen, ist nach dem Einkommensbruch in den meisten Fällen sinnvoll und notwendig.
  • Steuerwohnsitzfrage: Guardiola wechselt möglicherweise den steuerlichen Wohnsitz von Großbritannien zurück nach Spanien – ein Schritt, der international erhebliche Konsequenzen haben kann und der frühzeitigen Planung bedarf.

Vergleichbare Karriereübergänge zeigen immer wieder dasselbe Muster: Je größer das akkumulierte Vermögen, desto komplexer die steuerlichen, rechtlichen und anlagestrategischen Anforderungen – und desto wichtiger eine strukturierte Begleitung. Wie auch Mo Salahs Karrierewechsel 2026 verdeutlicht, stehen Spitzensportler und andere Hochverdiener beim Abgang aus ihrem Hauptberuf oft vor denselben unerwarteten Herausforderungen.

Fünf Fragen, die Sie jetzt stellen sollten

Wenn Sie als gut verdienende Person in Österreich einen Karrierewechsel, eine Unternehmensnachfolge oder den Rückzug aus dem aktiven Berufsleben planen, sind dies die entscheidenden Fragen:

  1. Reichweite des Kapitals: Wie lange reicht mein Vermögen bei meiner aktuellen Ausgabenstruktur – und was muss sich ändern?
  2. Steueroptimierung jetzt: Welche steuerlichen Maßnahmen sind noch vor dem Karrierewechsel sinnvoll umsetzbar?
  3. Portfolioanpassung: Ist meine Anlagestruktur auf die neue Lebensphase mit reduziertem laufendem Einkommen ausgerichtet?
  4. Liquiditätspuffer: Habe ich ausreichend sofort verfügbare Mittel für die ersten zwei bis drei Jahre nach dem Einkommensbruch?
  5. Internationale Aspekte: Gibt es Immobilien, Depots oder Beteiligungen im Ausland, die spezialisierte grenzüberschreitende Beratung erfordern?

Wann ein Vermögensberater unverzichtbar wird

In Österreich sind Vermögensberater in einer Vielzahl von Kanzleien tätig – von spezialisierten Boutique-Häusern für Ultra-High-Net-Worth-Klienten bis hin zu breit aufgestellten Allgemeinberatern. Der entscheidende Unterschied liegt in der Tiefe der steuerrechtlichen und kapitalmarktrechtlichen Expertise, die gerade bei internationalen Vermögen unerlässlich ist.

Wer – wie Guardiola – Vermögenswerte in mehreren Ländern hält, benötigt Experten, die EU-Kapitalverkehrsrecht, Doppelbesteuerungsabkommen und ausländische Meldepflichten kennen. In Österreich ist das UK-Österreich-DBA nach dem Brexit zwar weiterhin in Kraft, aber die praktischen Auswirkungen auf Einkünfte und Veräußerungsgewinne britischer Immobilien haben sich verändert.

Der richtige Zeitpunkt für dieses Gespräch ist nicht nach dem Karrierewechsel – sondern mindestens zwei Jahre davor.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zur allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für persönliche Empfehlungen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Vermögensberater oder Steuerexperten.

Ein Vermögensberater auf Expert Zoom kann helfen, genau diese Fragen zu beantworten – individuell, diskret und auf Ihre persönliche Situation in Österreich abgestimmt.

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