Peggy March feierte am 12. September 2026 am Vogtland Open Air in Plauen einen weiteren Bühnenauftritt — mit 78 Jahren. Die amerikanische Schlagersängerin, die 1963 mit „I Will Follow Him" weltweit Charts stürmte und damit als jüngste weibliche Künstlerin aller Zeiten einen US-Nummer-eins-Hit errang, ist in Österreich längst Kult. Ihr jüngstes Konzert in Wien ausverkauft, ihr Herbstauftritt in Deutschland bejubelt — March ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Schlager-Legenden das Geschäft nicht altern lassen. Doch während Fans beim Applaus stehen, stellt sich für Künstlerinnen und Künstler ihrer Generation eine ebenso drängende wie oft vernachlässigte Frage: Wer kümmert sich eigentlich um die Jahrzehnte an Tantiemen-Einkommen — und wie sichert man dieses langfristig ab?
Sechs Jahrzehnte Musikgeschichte — und ihre finanzielle Kehrseite
Margaret Annemarie Battavio, bekannt als Peggy March, war gerade 15 Jahre alt, als ihr Song „I Will Follow Him" im April 1963 auf Platz eins der US-Charts kletterte. Seitdem läuft der Song — original und als Cover — in Radiosendern, Streaming-Diensten, Filmen und Werbespots rund um die Welt. Zuletzt erlangte der Song durch die Filmreihe „Sister Act" einem völlig neuen Publikum Bekanntheit. Über 63 Jahre lang generiert dieses einzige Werk kontinuierlich Tantiemen: für Radioläufe, Streaming-Plays, Synchronlizenzen und Bühnenshows.
In Österreich ist Peggy March ein besonderer Publikumsliebling. Ihr Wien-Konzert am 24. April 2026 im Portofino Vienna war rasch ausverkauft, und der Septemberauftritt am Vogtland Open Air in Plauen am 12. September 2026 zog abermals Tausende begeisterte Fans an. Jedes dieser Auftritte verstärkt die mediale Aufmerksamkeit — und damit erneut die Streaming-Zahlen des Klassikers. Die Nachfrage beweist: Künstlerinnen wie March sind keine bloße Nostalgie — sie sind aktive Wirtschaftsgrössen im Musikmarkt des deutschsprachigen Raums.
Und genau das macht ihre finanzielle Situation so komplex. Tantiemen fließen nicht gleichmäßig. Sie hängen ab von Lizenzierungen, Streaming-Algorithmen, der Konjunktur im Werbemarkt und der Popularität von Retro-Sounds in Film und Fernsehen. Was von außen wie passives Einkommen klingt, ist in der Realität ein volatiles Finanzinstrument — eines, das professioneller Planung und Steuerung bedarf, gerade wenn ein Künstler gleichzeitig noch aktiv auftritt.
Was Experten zum Tantiemen-Management empfehlen
Laut der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM (Autoren, Komponisten und Musikverleger) können Tantiemen-Ausschüttungen bei populären Klassikern auch nach Jahrzehnten erhebliche Summen erreichen. Die AKM schüttet jährlich an ihre Mitglieder aus — nach Abzug von Verwaltungsgebühren, die je nach Kategorie zwischen 15 und 25 Prozent des Brutto-Ausschüttungsbetrages liegen können.
Für Künstlerinnen wie Peggy March — aber auch für österreichische Musikerinnen, Schauspieler, Regisseure und Autoren in einer ähnlichen Lebensphase — bedeutet das: Das jährliche Tantiemen-Einkommen speist sich aus mehreren, kaum vorhersehbaren Quellen:
- Streaming-Plattformen wie Spotify oder Apple Music, wo ältere Hits durch Playlist-Kuratierung und Algorithmen kontinuierlich gespielt werden
- Synchronisationslizenzen für Film, Serien und Werbung — oft die lukrativsten Einzeleinnahmen und häufig nicht über Verwertungsgesellschaften, sondern direkt über Musikverlage abgewickelt
- Live-Auftritte und Merchandise, die das Tantiemen-Einkommen ergänzen, aber eigenem Steuer- und Sozialversicherungsrecht unterliegen
- Print- und Rundfunkrechte, die in manchen Regionen noch separat verwaltet werden und vergessen werden, wenn kein Berater den Überblick behält
Ein Vermögensberater mit Kenntnissen in der Musikbranche und im österreichischen Steuerrecht kann helfen, diese Einnahmequellen zu strukturieren, gegeneinander zu verrechnen, steuerlich zu optimieren und für das Alter abzusichern — besonders wenn der Künstler wie March noch aktiv Bühnenauftritte hat und damit laufend neue Einnahmen generiert, die auf bereits vorhandenes Tantiemen-Kapital treffen.
Konkretes Szenario: Wenn „I Will Follow Him" für einen Filmtrailer lizenziert wird
Stellen Sie sich folgende, realistische Situation vor: Ein österreichisches Filmproduktionsunternehmen möchte „I Will Follow Him" für einen 90-sekündigen Trailer lizenzieren. Der Deal wird über einen Musikverlag abgewickelt und bringt einen Einmalbetrag von 18.000 Euro als Synchronisationslizenz. Zeitgleich — ausgelöst durch die intensive Medienberichterstattung rund um das Wien-Konzert — steigen die Spotify-Streams des Songs um 140 Prozent. Das entspricht rund 2,3 Millionen Plays allein im Quartal, was nach AKM-Ausschüttung netto circa 3.200 Euro bedeutet.
In diesem Szenario fließen binnen drei Monaten über 21.000 Euro an Tantiemen-Einnahmen — ein außerordentliches Einkommen, das steuerlich als Sondereinkünfte gilt. Ohne professionelle Beratung wird dieser Betrag vollständig im laufenden Jahr versteuert, möglicherweise zum Spitzensteuersatz von 50 Prozent (anwendbar bei Jahreseinkommen über 90.000 Euro in Österreich, Stand 2026).
Wenn hingegen ein Vermögensberater rechtzeitig eingebunden war, kann er konkrete Schritte empfehlen:
- Die Einmallizenz über eine Kunstschaffenden-GmbH oder eine privatrechtliche Stiftungslösung zu strukturieren, um die Steuerlast auf mehrere Veranlagungsjahre zu verteilen
- Einen Teil der außerordentlichen Einnahmen in steuerlich begünstigte Altersvorsorgeprodukte umzuschichten — etwa die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge oder §14-Rücklagen im betrieblichen Bereich
- Die Wechselwirkung zwischen Konzertgagen und Tantiemen zu planen, da beide Einkommensquellen zwar demselben Steuersatz unterliegen, aber unterschiedliche Sozialversicherungspflichten und Betriebsausgaben-Möglichkeiten mit sich bringen
Die Differenz zwischen einer unberatenen und einer professionell optimierten Lösung kann im genannten Beispiel 4.000 bis 7.000 Euro netto betragen — allein durch Timing und Strukturierung, ohne einen einzigen Euro weniger zu verdienen.
Warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für Kreativschaffende ist
Peggy March ist kein Einzelfall. Die gesamte „Boomer-Generation" der Musikerinnen und Musiker — jene Künstler, die in den 1960er- bis 1980er-Jahren Karriere machten — befindet sich heute in einer Phase, in der Tantiemen-Einkommen und Altersvorsorge gleichzeitig verwaltet werden müssen. Viele dieser Künstler haben nie eine systematische Finanzplanung betrieben: Die Einkommen kamen und gingen, und professionelle Beratung war entweder unbekannt, unerschwinglich oder schlicht nicht als notwendig erachtet.
In Österreich profitieren Kunstschaffende zudem von spezifischen steuerlichen Regelungen — etwa dem Künstler-Sozialversicherungsfonds oder den Möglichkeiten zur Einkommensglättung bei schwankenden Einkünften. Diese Instrumente sind jedoch an strenge Voraussetzungen geknüpft und erfordern eine präzise Dokumentation, die ohne Fachberatung kaum realistisch zu leisten ist.
Plattformen wie Expert Zoom bieten heute direkten Zugang zu spezialisierten Vermögensberatern im Kultursektor, die auch für Kunstschaffende mit mittleren Einkommen erreichbar sind. Die eigentliche Frage ist längst nicht mehr, ob man sich eine Beratung leisten kann — sondern ob man es sich leisten kann, darauf zu verzichten.
Was Sie jetzt konkret tun sollten
Ob Sie selbst Musiker, Autor, Filmemacher oder Kreativschaffende mit Einnahmen aus Lizenzrechten sind: Die folgenden Schritte helfen, Ihr Tantiemen-Einkommen besser zu steuern und steuerlich sinnvoll einzusetzen.
Schritt 1 — Tantiemen-Quellen vollständig dokumentieren: Listen Sie alle Quellen auf — AKM in Österreich, GEMA in Deutschland, SUISA in der Schweiz, ausländische Verwertungsgesellschaften, Direktlizenzen, Publishing-Deals. Viele Künstler kennen nicht alle ihre laufenden Einnahmen und lassen jährlich Geld liegen.
Schritt 2 — Steuerliche Einordnung klären: In Österreich unterliegen Tantiemen grundsätzlich der Einkommensteuer. Je nach Struktur (Einzelunternehmer, GmbH, Stiftung) variiert die optimale Lösung jedoch erheblich. Ein auf Kreativwirtschaft spezialisierter Steuer- oder Vermögensberater beurteilt Ihre persönliche Situation.
Schritt 3 — Altersabsicherung neben Tantiemen aufbauen: Tantiemen sind keine Pension. Sie fallen weg, wenn Werke nicht mehr gespielt werden — oder wenn rechtliche Änderungen die Schutzfristen verkürzen. Eine ergänzende private Vorsorge ist für Künstler existenziell wichtig.
Schritt 4 — Beratung suchen, bevor ein großer Deal kommt: Der teuerste Zeitpunkt für eine Erstberatung ist unmittelbar nach einem großen Lizenzabschluss — dann sind die Gestaltungsspielräume bereits eingeschränkt. Handeln Sie vorsorglich.
Peggy March zeigt, dass Musik keine Altersgrenze kennt. Aber Finanzplanung sollte früher starten als der letzte Auftritt. Wenn Sie Ihre eigenen Lizenz- oder Tantiemen-Einnahmen optimal strukturieren möchten, finden Sie auf Expert Zoom spezialisierte Vermögensberater mit Erfahrung in der Kreativwirtschaft — unverbindlich und direkt buchbar.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich an einen zugelassenen Vermögens- oder Steuerberater.

Markus Weber