MontanaBlack und das Fake-Gewinnspiel: Was österreichische Unternehmen über digitalen Markenschutz wissen müssen

Österreichischer Geschäftsmann betrachtet besorgt sein Smartphone mit Cybersecurity-Warnung
4 Min. Lesezeit 6. April 2026

MontanaBlack und das Fake-Gewinnspiel: Was österreichische Unternehmen über digitale Betrugsfallen 2026 wissen müssen

Der österreichische und deutsche Sprachraum diskutiert derzeit einen Fall, der MontanaBlack — einen der bekanntesten deutschsprachigen Streamer mit über 6 Millionen YouTube-Abonnenten — in eine unangenehme Lage gebracht hat: Im März 2026 wurde er unfreiwillig in ein gefälschtes Gewinnspiel verwickelt, das seinen Namen und das Bild der Marke Gönrgy Energy Drink missbrauchte. Keiner der Teilnehmer erhielt je einen Preis. Was wie eine Promi-Anekdote klingt, ist in Wahrheit ein Lehrstück für Unternehmen jeder Größe.

Was genau passiert ist

Laut Berichten von PromiFlash vom 11. März 2026 wurde MontanaBlack selbst nicht direkt in die Aktion einbezogen — er wusste nach eigenen Angaben nichts davon. Unbekannte hatten sein Konterfei und die optische Sprache seiner Marke genutzt, um ein vermeintliches Gewinnspiel in Kooperation mit Gönrgy zu bewerben. Hunderte Nutzer nahmen teil und warteten vergeblich auf ihren Preis.

Gleichzeitig erschien MontanaBlack am Ostermontag, dem 6. April 2026, als Gast in der VOX-Kochshow "Grill den Henssler" — ein Auftritt, der das Publikum erfreute, während die Fake-Gewinnspiel-Kontroverse noch schwelte. Die Kombination beider Ereignisse zeigt, wie schnell das öffentliche Bild einer Person oder Marke zwischen positiver Aufmerksamkeit und digitalem Missbrauch schwanken kann.

Warum das für Unternehmen in Österreich relevant ist

MontanaBlack ist kein Einzelfall. Fake-Gewinnspiele, die bekannte Marken und Persönlichkeiten imitieren, sind 2026 zu einem der häufigsten Instrumente des Online-Betrugs geworden. Die österreichische Wirtschaftskammer (WKO) warnt auf wko.at seit Jahren vor diesen Methoden — und die Fälle nehmen zu.

Besonders gefährdet sind:

  • KMUs mit erkennbaren Marken oder aktiven Social-Media-Präsenzen — ihre Logos und Namen werden leicht kopiert
  • Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten — deren Reichweite macht sie attraktiv für Kriminelle, die eine schnelle Verbreitung wünschen
  • E-Commerce-Händler — deren Produktbilder und Preise häufig in gefälschten Gewinnspielen auftauchen

Der Schaden ist doppelt: Einerseits entstehen Reputationsschäden, wenn Kunden glauben, das echte Unternehmen stecke hinter dem Betrug. Andererseits können rechtliche Risiken entstehen, wenn Teilnehmer des gefälschten Gewinnspiels das Unternehmen für den ausgebliebenen Preis verantwortlich machen.

Wie digitaler Markenmissbrauch juristisch einzuordnen ist

In Österreich greift in solchen Fällen das Markenschutzgesetz 1970 (MarkSchG) sowie das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Wer seinen Markennamen oder sein Logo ohne Genehmigung kommerziell einsetzt — auch für ein Fake-Gewinnspiel —, begeht eine Rechtsverletzung, die einstweilige Verfügungen, Schadenersatzansprüche und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Für die betroffenen Unternehmen oder Persönlichkeiten bedeutet das konkret:

  1. Dokumentation sichern: Screenshots des gefälschten Inhalts, URLs, Datum und Uhrzeit des Fundes
  2. Hosting-Provider kontaktieren: Über das "Notice and Takedown"-Verfahren kann die Löschung des betrügerischen Inhalts innerhalb von Stunden beantragt werden
  3. Social-Media-Plattformen benachrichtigen: Facebook, Instagram und TikTok haben schnelle Meldeverfahren für Marken- und Identitätsmissbrauch
  4. Rechtsanwalt einschalten: Bei Reputationsschäden oder wenn Kunden bereits geschädigt wurden, ist die rechtliche Absicherung unerlässlich

IT-Sicherheit als erste Verteidigungslinie

Der MontanaBlack-Fall zeigt auch, dass Marken-Schutz ohne grundlegende IT-Sicherheitsmaßnahmen wenig wert ist. Fake-Gewinnspiele werden oft über kompromittierte Konten verbreitet — also über echte, gehackte Profile von Unternehmen oder Partnern.

Für österreichische Unternehmen empfehlen IT-Sicherheitsexperten:

  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für alle geschäftlichen Social-Media-Accounts und E-Mail-Konten — keine Option, sondern Pflicht
  • Regelmäßige Überprüfung der Zugriffsrechte: Wer hat Zugang zu welchen Konten? Frühere Mitarbeiter oder externe Dienstleister sollten zeitnah entfernt werden
  • Monitoring-Tools für die eigene Marke: Google Alerts für den Unternehmensnamen, kombiniert mit Plattform-spezifischen Brand-Monitoring-Tools, erkennen Missbrauch oft innerhalb von Stunden
  • Mitarbeiterschulungen: Die meisten erfolgreichen Angriffe beginnen mit Phishing-Mails. Wer im Team weiß, wie man verdächtige Links erkennt, reduziert das Risiko erheblich

Was tun, wenn Ihre Marke betroffen ist?

Wenn Sie entdecken, dass Ihr Unternehmensname, Ihr Logo oder Ihre Produkte in einem gefälschten Gewinnspiel missbraucht werden, ist schnelles Handeln entscheidend:

  1. Öffentlich kommunizieren: Eine klare, schnelle Mitteilung auf Ihren offiziellen Kanälen, dass Sie nichts mit dem Gewinnspiel zu tun haben, begrenzt den Reputationsschaden erheblich — genau so, wie es MontanaBlacks Team getan hat
  2. Anzeige erstatten: Bei der österreichischen Polizei oder online über das Bundeskriminalamt unter bk.gv.at
  3. Einen IT-Sicherheitsexperten konsultieren: Technische Maßnahmen zum Schutz Ihrer digitalen Identität sind heute kein Luxus für Großunternehmen mehr — sie sind existenziell für jede Marke mit Online-Präsenz

Auf ExpertZoom finden Sie IT-Sicherheitsberater und Rechtsanwälte in Österreich, die auf digitalen Markenschutz und Cyberkriminalität spezialisiert sind.

Präventive Maßnahmen: Was Unternehmen jetzt tun sollten

Der beste Schutz vor Markenmissbrauch ist ein proaktives System — nicht eine Reaktion nach dem Schadenfall. Für österreichische KMUs empfehlen Sicherheitsexperten folgende Präventivmaßnahmen:

Marken-Monitoring einrichten: Kostenlose Tools wie Google Alerts für den eigenen Unternehmensnamen, Produktnamen und wichtige Führungspersonen erkennen Missbrauch oft innerhalb weniger Stunden. Für umfassenderes Monitoring gibt es spezialisierte Dienste, die auch Social-Media-Plattformen und Dark-Web-Foren überwachen.

Social-Media-Accounts absichern: Alle geschäftlich genutzten Accounts — Instagram, Facebook, LinkedIn, TikTok — sollten mit starken, einzigartigen Passwörtern und aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung gesichert sein. Zugriffsrechte für externe Agenturen oder frühere Mitarbeiter sollten regelmäßig überprüft und entzogen werden.

Klare Kommunikationsrichtlinien: Im Falle eines Markenrechtsverstoßes ist schnelles, klares Kommunizieren entscheidend. Vorbereitung zahlt sich aus: Eine Kommunikationsvorlage für den Krisenfall, abgestimmt mit einem Rechtsanwalt, kann im Ernstfall wertvolle Stunden sparen.

Das Fazit: Digitale Markenführung ist Chefsache

Der Fall MontanaBlack ist kein Problem, das nur Influencer betrifft. Jede Marke, die im digitalen Raum präsent ist — und das ist 2026 praktisch jedes Unternehmen — kann Opfer von Identitätsmissbrauch werden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

Wer bereits heute klare Prozesse für das Monitoring seiner Marke, den Schutz seiner Zugangsdaten und die schnelle Reaktion auf Missbrauch etabliert hat, ist nicht nur besser geschützt — er kommuniziert auch gegenüber Kunden und Partnern Professionalität und Vertrauenswürdigkeit. In einer Welt, in der Fake-Gewinnspiele innerhalb von Minuten viral gehen, ist das ein echter Wettbewerbsvorteil.

Unsere Experten

Vorteile

Schnelle und präzise Antworten auf alle Ihre Fragen und Hilfsanfragen in über 200 Kategorien.

Tausende von Nutzern haben eine Zufriedenheit von 4,9 von 5 für die Beratung und Empfehlungen unserer Assistenten erhalten.

Kontaktieren Sie uns

E-Mail
Folgen Sie uns