Konrad Laimer hat in der UEFA Champions League Geschichte geschrieben: Der österreichische Nationalspieler half Bayern München dabei, Real Madrid in beiden Partien der Viertelfinalrunde zu besiegen – 2:1 in Madrid am 7. April 2026 und 4:3 daheim am 16. April 2026. Österreich schaut auf einen seiner gefragtesten Exportartikel – und stellt sich die Frage: Was müssen heimische Profis wissen, wenn sie im Ausland spielen und arbeiten?
Laimer als Wegbereiter für heimische Talente
Der gebürtige Salzburger Laimer steht als Linksverteidiger bei Bayern München unter Vertrag und ist seit Jahren Stammkraft in der deutschen Bundesliga. Sein Champions-League-Triumph macht ihn zur Vorzeige-Karriere für junge österreichische Fußballer, die den Sprung ins Ausland wagen wollen.
Doch die Faszination des Auslands blendet oft die rechtlichen Herausforderungen aus, mit denen Profisportler konfrontiert werden. Ob Vertrag, Steuerrecht, Sozialversicherung oder Rückkehrrechte – wer im Ausland arbeitet, braucht nicht nur fußballerisches Talent, sondern auch rechtliche Absicherung.
Die wichtigsten rechtlichen Fragen für Profis im Ausland
1. Arbeitnehmer oder Selbstständiger?
Profifußballer sind in der Regel Arbeitnehmer ihres Clubs – mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten. In manchen Ländern ist die rechtliche Einordnung jedoch anders als in Österreich. In Deutschland etwa gilt das Fußball-Arbeitsverhältnis klar als Angestelltenverhältnis. In anderen Ländern können Profis als freie Mitarbeiter eingestuft werden – mit weitreichenden Konsequenzen für Steuer und Sozialversicherung.
Ehe man unterschreibt, sollte ein spezialisierter Anwalt den Vertrag prüfen und die rechtliche Grundlage im Zielland klären.
2. Welches Recht gilt bei Streitigkeiten?
Internationale Sportverträge enthalten oft eine Rechtswahlklausel: Damit bestimmen die Parteien selbst, welches nationale Recht im Streitfall angewendet wird. Für einen österreichischen Spieler, der etwa einen Vertrag nach deutschem, englischem oder spanischem Recht unterschreibt, kann das bedeuten: Im Streitfall gilt nicht österreichisches Arbeitsrecht.
Das klingt abstrakt, hat aber konkrete Konsequenzen. Kündigungsfristen, Abfindungsansprüche, Urlaub, Krankengeld – all das unterscheidet sich je nach nationalem Recht erheblich. Ohne rechtliche Beratung im Vorfeld können Spieler bei vorzeitiger Vertragsauflösung unter Umständen leer ausgehen.
3. Sozialversicherung im Ausland
Wer im EU-Ausland beschäftigt ist, ist in der Regel auch dort sozialversichert – und zahlt dort Beiträge. Die EU-Sozialversicherungsverordnung (EG 883/2004) koordiniert die Systeme, aber: Heimkehren ohne österreichische Versicherungszeiten kann Lücken in der Pensionsvorsorge oder Anspruchsberechtigungen hinterlassen.
Für Spieler, die nur wenige Jahre im Ausland tätig sind, lohnt sich eine genaue Prüfung: Was wird angerechnet, was fällt weg?
4. Steuerliche Doppelbelastung vermeiden
Österreich hat mit zahlreichen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Trotzdem: Wer im Ausland Einkommen bezieht, muss oft in beiden Ländern zumindest teilweise Abgaben leisten. Für Spitzenspieler, die hohe Gehälter und zusätzliche Werbeeinnahmen erzielen, kann die steuerliche Situation komplex werden.
Laut dem österreichischen Bundesministerium für Finanzen gelten für Personen mit Wohnsitz in Österreich besondere Meldepflichten, wenn sie im Ausland tätig sind. Hier hilft frühzeitige Beratung durch einen Steuerrechtsexperten.
5. Bildrechte und Werbeeinnahmen
Profifußballer sind Marken. Laimer wirbt für Produkte, tritt bei Pressekonferenzen auf und ist in sozialen Medien aktiv. Bildrechte, Persönlichkeitsschutzrechte und Werbeverträge müssen sorgfältig verhandelt werden – sowohl mit dem Club als auch mit Werbepartnern.
In Österreich schützt § 78 Urheberrechtsgesetz Personen vor unbefugter Bildnutzung. Im Ausland gelten andere Regeln. Ohne klare vertragliche Regelung können Clubs oder Sponsoren Bildrechte für Marketingzwecke nutzen, die dem Spieler nicht zustehen – oder umgekehrt.
Was gilt für Nicht-Profis?
Die Fragen rund um Auslandsarbeit sind nicht nur für Fußballstars relevant. Tausende Österreicherinnen und Österreicher arbeiten jährlich im Ausland – in der EU und darüber hinaus. Ob als entsandte Arbeitnehmer, Freelancer in einem anderen EU-Land oder Mitarbeiter internationaler Konzerne: Die rechtlichen Grundsätze sind ähnlich.
Gemäß der EU-Richtlinie zur Entsendung von Arbeitnehmern (96/71/EG) gelten für entsandte Arbeitnehmer gewisse Mindeststandards des Gastlandes – insbesondere bei Lohn, Arbeitszeit und Sicherheit. Doch die Details sind kompliziert.
Checkliste: Vor dem Auslandsvertrag
Österreichische Sportlerinnen und Sportler – aber auch alle anderen Arbeitnehmer – sollten vor Unterzeichnung eines Auslandsvertrags folgende Punkte klären:
- Rechtswahlklausel: Welches Recht gilt? Ist es mit österreichischem vergleichbar?
- Kündigungsschutz: Was passiert bei Verletzung oder vorzeitiger Auflösung?
- Sozialversicherung: In welchem Land werden Beiträge geleistet?
- Steuer: Gibt es ein DBA mit Österreich? Was muss gemeldet werden?
- Bildrechte: Wem gehören kommerzielle Rechte an Person und Leistung?
- Rückkehrrecht: Gibt es eine Klausel, die die Rückkehr zu österreichischen Bedingungen sichert?
Ein auf Arbeitsrecht und Sportrecht spezialisierter Rechtsanwalt kann diese Fragen beantworten und Verträge prüfen, bevor die Tinte trocken ist. Auf Plattformen wie Expert Zoom finden Sportlerinnen und Sportler sowie alle, die im Ausland arbeiten wollen, geprüfte Anwälte mit internationalem Recht und Arbeitsrecht als Schwerpunkt.
Fazit
Konrad Laimer zeigt, was österreichische Talente im internationalen Sport leisten können. Wer wie er den Sprung ins Ausland wagt – ob als Fußballprofi oder Arbeitnehmer in einem anderen EU-Land – sollte sich vorab rechtlich absichern. Ein guter Anwalt ist dabei kein Luxus, sondern Voraussetzung für einen sorgenfreien Erfolg im Ausland.
Hinweis: Dieser Artikel dient allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für konkrete Vertragsangelegenheiten wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Anwalt.
