Howard Carpendale betritt am 22. März 2026 zum letzten Mal die Bühne der Wiener Stadthalle – mit 80 Jahren und nach sechs Jahrzehnten auf der Bühne. Sein Abschied berührt Millionen von Fans im deutschsprachigen Raum und wirft gleichzeitig eine Frage auf, die viele Österreicher beschäftigt: Wie plant man finanziell für ein langes, aktives Leben – und reicht die staatliche Pension wirklich aus?
Das Abschiedskonzert, das Österreich bewegt
Howard Carpendales „Meine Abschiedstournee 2026" ist mehr als ein letztes Spektakel. Der südafrikanisch-australische Entertainer, der mit Hits wie „Hello Again", „Nachts, wenn alles schläft" und „Ti Amo" ganze Generationen begeistert hat, gibt mit 32 Klassikern und einer 15-köpfigen Band sein letztes Gastspiel in Österreich. Tickets für das Wien-Konzert kosteten ab 79,90 Euro – und waren heiß begehrt.
Wer seinen Abschied noch live erleben will: Am 20. Juli 2026 tritt Carpendale bei den Seefestspielen Mörbisch auf. Es ist sein letztes Österreich-Konzert überhaupt.
Was Carpendale als Mensch zeigt, geht über Unterhaltung hinaus: Mit 80 Jahren noch auf der Bühne zu stehen, mit vollem Einsatz und ohne Abstriche – das ist ein kraftvolles Signal. Doch hinter einer solchen Karriere steht immer auch eine solide wirtschaftliche Basis. Wer 60 Jahre im Show-Business überlebt, hat gelernt, finanziell vorausschauend zu denken.
Was ein Leben wie Carpendales über Altersvorsorge lehrt
Die meisten Österreicher gehen davon aus, dass die staatliche Pension ihren Lebensabend sichert. Laut Pensionsversicherungsanstalt Österreich liegt die durchschnittliche Alterspension aktuell bei rund 1.500 Euro netto pro Monat – für viele Alleinstehende reicht das knapp, für Paare mit eigenem Heim oft noch weniger.
Für Selbständige und Freiberufler – und dazu zählten Carpendale und viele österreichische Künstler jahrzehntelang – ist die Lage strukturell schwieriger. Sie zahlen über die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) ein, deren Beitragsgrundlage eng an den tatsächlichen Jahresgewinn gekoppelt ist. In schlechten Jahren sinken die Einzahlungen, in guten Jahren werden sie oft unterschätzt – das Ergebnis sind Pensionslücken, die erst spät sichtbar werden.
Wer seine Pensionskontostände noch nie geprüft hat, kann das kostenlos über das Online-Tool der Pensionsversicherungsanstalt Österreich tun. Es zeigt auf einen Blick, wie viele Beitragsmonate angesammelt wurden und welche Pension aktuell zu erwarten wäre.
Die drei häufigsten Irrtümer bei der Altersvorsorge
In der täglichen Beratungspraxis begegnen Vermögensberater immer wieder denselben Denkfehlern – unabhängig davon, ob der Klient Angestellter, Unternehmer oder Kreativschaffender ist.
Irrtum 1: „Ich habe noch Zeit." Der Zinseszinseffekt ist mächtig – aber nur, wenn man früh genug beginnt. Wer mit 30 monatlich 150 Euro in eine private Altersvorsorge einzahlt, hat bis 65 ein deutlich höheres Kapital angespart als jemand, der mit 45 mit 300 Euro monatlich beginnt, selbst wenn letzterer höhere Beträge einzahlt.
Irrtum 2: „Die Pension wird reichen." Die gesetzliche Pension ersetzt in Österreich im Schnitt rund 70 bis 80 Prozent des letzten Nettolohns. Bei steigenden Lebenshaltungskosten, Pflegekosten im Alter und dem Wunsch, den gewohnten Lebensstil beizubehalten, reicht das für viele nicht aus.
Irrtum 3: „Immobilien sichern alles." Eigentum ist ein wichtiger Baustein – aber kein liquides Sicherheitsnetz. Wer im Alter Geld braucht, kann sein Haus nicht in kleinen Beträgen abrufen. Ohne flüssige Reserven entsteht Druck.
Selbständige und Künstler – besonders betroffen
Was für Carpendale galt, gilt für hunderttausende österreichische Freiberufler, Kreative und EPU (Einpersonenunternehmen): Die Pensionsabsicherung über die SVS hängt stark vom individuellen Beitragsverlauf ab. Phasen mit niedrigen Einnahmen – etwa in der Anfangsphase einer Karriere oder nach einer Krise – schlagen sich direkt in niedrigeren Pensionsansprüchen nieder.
Hinzu kommt: Anders als Angestellte profitieren Selbständige nicht von automatischen Arbeitgeberbeiträgen zur betrieblichen Vorsorge. Das gesamte Vorsorgegewicht liegt auf den eigenen Schultern.
Ein Vermögensberater kann helfen, die individuelle Pensionslücke zu berechnen und gezielt zu schließen – etwa durch fondsgebundene Lebensversicherungen, private Rentenverträge oder den systematischen Aufbau eines Wertpapierdepots. Auch die Möglichkeiten der Nachlassplanung – wie die frühzeitige Übertragung von Vermögenswerten – sollten in eine langfristige Planung einbezogen werden.
Konkrete Instrumente der privaten Altersvorsorge in Österreich
Wer die staatliche Pension ergänzen möchte, hat in Österreich verschiedene Möglichkeiten. Jede hat ihre Vor- und Nachteile – und die richtige Wahl hängt von der persönlichen Situation ab:
- Zukunftsvorsorge: Das staatlich geförderte Modell bietet eine Prämie von derzeit vier Prozent auf Einzahlungen bis 3.246 Euro jährlich. Bindung: mindestens zehn Jahre.
- Fondsgebundene Lebensversicherung: Höhere Renditechancen durch Kapitalmärkte, dafür weniger Garantien. Geeignet für längere Anlagehorizonte.
- Wertpapierdepot: Flexible, individuelle Anlage in Aktien, ETFs oder Anleihen – ohne staatliche Förderung, aber mit hoher Liquidität.
- Immobilien: Vermiete Einkünfte können im Alter eine stabile Einkommensquelle sein – vorausgesetzt, die Immobilie ist abbezahlt und instandgehalten.
Welches Instrument das richtige ist, lässt sich ohne genaue Kenntnis der eigenen Situation nicht pauschal beantworten. Ein Vermögensberater analysiert Einkommen, Ausgaben, bestehende Ansprüche und Risikoprofil – und entwickelt daraus einen konkreten Plan.
Wann professionelle Beratung sinnvoll ist
Nicht jeder muss sofort handeln – aber bestimmte Lebenssituationen machen eine professionelle Analyse besonders sinnvoll:
- Ab 45 Jahren: Der Spielraum für Korrekturen wird enger; eine konkrete Vorsorgeplanung ist jetzt wichtig.
- Nach einem Karrierewechsel: Neue Beschäftigungsform bedeutet oft neue Versicherungsgrundlagen.
- Beim Übergang in die Pension: Wer mit 60 oder 65 plant aufzuhören, sollte die Einkommenssituation im Ruhestand konkret durchrechnen.
- Bei unregelmäßigen Einkünften: Wer nicht jeden Monat dasselbe verdient, braucht eine flexible Vorsorgestrategie.
Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Rentenberatung. Wenden Sie sich für persönliche Empfehlungen an einen zugelassenen Vermögensberater.
Jetzt vorsorgen – nicht erst im Ruhestand
Howard Carpendale verabschiedet sich von der Bühne – aber nicht von einem erfüllten Leben. Was er und andere langfristig erfolgreiche Persönlichkeiten gemeinsam haben: Sie haben früh geplant, klug investiert und sich nicht allein auf äußere Umstände verlassen.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre eigene Altersvorsorge aufgestellt ist und wo Handlungsbedarf besteht, ist ExpertZoom der erste Schritt. Unsere Vermögensberater in Österreich stehen für ein unverbindliches Erstgespräch zur Verfügung – damit Sie im Alter so souverän dastehen wie jemand, der 60 Jahre auf der Bühne brilliert hat.
