WM 2026: Österreich dabei – und wie Sie sich beim Mitfiebern nicht verletzen

Offizielle Auslosung für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko

Photo : UKinUSA / Wikimedia

Claudia Claudia GruberGesundheit
4 Min. Lesezeit 14. April 2026

Österreich ist dabei: Erstmals seit 1998 – nach 28 Jahren Pause – hat sich das ÖFB-Nationalteam für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 kämpft Österreich in den USA, Kanada und Mexiko um den WM-Titel. Das WM-Fieber ist auch schon in Österreich ausgebrochen – und mit dem Boom im Amateur- und Freizeitfußball steigt auch das Verletzungsrisiko auf heimischen Bolzplätzen.

Österreich an der WM 2026: Die Ausgangslage

Das ÖFB-Team trifft in der Gruppenphase auf drei starke Gegner: Argentinien (amtierender Weltmeister mit Lionel Messi), Algerien und Jordanien. Die Spieltermine für Österreich:

  • 16. Juni 2026 (6:00 Uhr MEZ): Österreich vs. Jordanien, Levi's Stadium in Santa Clara
  • 22. Juni 2026 (19:00 Uhr MEZ): Österreich vs. Argentinien, AT&T Stadium in Arlington, Texas
  • 27. Juni 2026: Österreich vs. Algerien, Arrowhead Stadium in Kansas City

Alle 104 WM-Spiele werden in Österreich live auf Servus TV übertragen. Vorbereitet hat sich das Team bereits mit Testspielen am 27. März gegen Ghana und am 31. März gegen Südkorea in Wien – laut Österreichischem Fußball-Bund (ÖFB) ein wichtiger Meilenstein in der WM-Vorbereitung.

Der WM-Effekt: Warum jetzt mehr Freizeitsportler spielen

Immer wenn Österreich an einem großen Turnier teilnimmt, steigt die Anzahl der Freizeitfußballer sprunghaft an. Gemäß Daten des ÖFB haben österreichische Vereine in den Monaten nach WM-Qualifikationen typischerweise einen Mitgliederanstieg von 10 bis 15 Prozent verzeichnet. Bolzplätze, Hobby-Ligen und Firmenkickturniere boomen.

Das Problem: Viele Menschen, die sich durch die WM-Begeisterung zum Kicken animieren lassen, sind körperlich nicht vorbereitet. Schlechtes Aufwärmen, ungeeignetes Schuhwerk, keine Grundkondition – das sind die klassischen Risikofaktoren für Freizeitsportunfälle.

Die häufigsten Fußball-Verletzungen bei Hobbyspielern sind Sprunggelenksdistorsionen (Umknicken), Muskelfaserrisse im Oberschenkel und in der Wade, Kreuzbandrisse (besonders bei abrupten Richtungswechseln), Prellungen und Rippenbrüche durch Körperkontakt, sowie Schulter- und Handgelenksfrakturen nach Stürzen.

Wann brauchen Sie einen Arzt?

Nach einer Sportverletzung gilt das PECH-Schema als erste Orientierung: Pause (Belastung sofort stoppen), Eis (Kühlen, niemals direkt auf die Haut), Compression (Druckverband anlegen), Hochlagerung (betroffene Extremität hochlegen).

Dieses Schema hilft bei leichten Verletzungen, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung. Sie sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • Die Schmerzen stark sind und nicht innerhalb von 20-30 Minuten nachlassen
  • Sie die betroffene Stelle nicht belasten können
  • Sie eine deutliche Schwellung oder ein Hämatom sehen
  • Gelenke in einer unnatürlichen Position stehen
  • Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln auftreten

Kreuzbandrisse insbesondere werden häufig unterschätzt, weil die Schmerzen nach dem ersten Schock nachlassen können. Eine MRT-Untersuchung ist in solchen Fällen unerlässlich, da eine unbehandelte Kreuzbandverletzung zu dauerhaften Gelenkschäden führen kann.

Häufige Fehleinschätzungen nach Sportverletzungen

Ein weit verbreiteter Irrtum: „Es ist nicht so schlimm, ich kann noch auftreten." Viele Hobbyfußballer unterschätzen Verletzungen, weil Adrenalin und Wettkampfdruck den Schmerzempfinden vorübergehend dämpfen. Tatsächlich sind Kreuzband- und Meniskusrisse in den ersten Stunden nach dem Ereignis oft weniger schmerzhaft als zu erwarten wäre – der echte Schmerz und die Schwellung kommen erst Stunden später.

Wer trotz Verletzung weiterspielt, riskiert eine Sekundärverletzung, die die ursprüngliche erheblich verschlimmert. Ein Muskelfaserriss kann zum vollständigen Muskelabriss werden. Eine leichte Bänderdehnung kann zum kompletten Bänderriss führen. Die Regel lautet: Im Zweifel raus aus dem Spiel, auch wenn der Teamgeist dagegen spricht.

Verletzungen bei Kindern: Besonderer Handlungsbedarf

Das WM-Fieber erfasst auch Kinder und Jugendliche. Nachmittags auf dem Schul- oder Gemeindeplatz, in Vereinsmannschaften, beim Hobbyturnier – Kinder sind besonders verletzungsanfällig, weil ihr Bewegungsapparat noch im Wachstum ist.

Kindliche Knochen sind weicher und bruchanfälliger als Erwachsenenknochen, und Wachstumsfugen können bei Stürzen direkt betroffen sein. Was bei einem erwachsenen Spieler nur eine Zerrung wäre, kann bei einem Kind eine ernste Verletzung darstellen.

Beim geringsten Verdacht auf eine kindliche Fraktur – auch wenn das Kind „nur" hinkt oder die Verletzung „harmlos aussieht" – sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Übersehene Wachstumsfugenverletzungen können langfristige Fehlstellungen verursachen.

So bereiten Sie sich richtig vor

Sportmediziner empfehlen für Freizeitsportler, die den WM-Sommer aktiv miterleben möchten, folgende Maßnahmen vor dem ersten Spiel:

Aufwärmen (min. 15 Minuten): Dynamisches Dehnen, leichtes Joggen, Sprungübungen aktivieren Muskeln, Sehnen und Gelenke. Statisches Dehnen vor dem Sport ist kontraproduktiv.

Richtiges Schuhwerk: Fußballschuhe mit Stollen bieten auf Natur- und Kunstrasen Halt. Auf Asphalt oder Indooranlagen lieber Hallenschuhe oder Flachsohlenschuhe.

Stufenweiser Einstieg: Wer monatelang keinen Sport getrieben hat, sollte nicht sofort 90-Minuten-Spiele absolvieren. Mit 20-30-minütigen Einheiten starten, Intensität langsam steigern.

Ausreichend Flüssigkeit: Auch bei milden Temperaturen verliert man beim Fußball bis zu einem Liter Schweiß pro Stunde. Dehydration erhöht das Muskelrisiko.

Wenn ein Experte gefragt ist

Das WM-Fieber ist ein guter Anlass, Bewegung wieder in den Alltag zu integrieren. Aber körperliche Aktivität nach langer Pause will überlegt angegangen werden. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie körperlich fit genug für intensiven Sport sind – besonders bei Vorerkrankungen, nach Verletzungen oder über 45 Jahren –, ist ein Sportmediziner oder Allgemeinmediziner die erste Anlaufstelle.

Auf Expert Zoom finden Sie Ärzte und Gesundheitsexperten in Österreich, die Sie vor dem WM-Sommer fundiert beraten können. Ob Sportfähigkeitscheck, Nachsorge nach einer alten Verletzung oder Ernährungsberatung für Hobbysportler – ein Erstgespräch kann die Weichen für einen verletzungsfreien Sommer stellen.

Weitere Informationen zu sporttypischen Verletzungen und wie österreichische Amateurmannschaften davon betroffen sind, finden Sie in unserem Artikel zu Verletzungen bei Sevilla und Atlético und was Amateurfußballer daraus lernen können.

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Untersuchung. Bei Verletzungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.

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