Kühbauer gewinnt Österreich-Double 2026: 4 Burnout-Warnsignale, die Ärzte kennen

Dietmar Kühbauer beim LASK-Spiel, österreichischer Fußballtrainer 2026

Photo : Man77 / Wikimedia

Claudia Claudia GruberGesundheit
4 Min. Lesezeit 26. Mai 2026

Dietmar Kühbauer hat Geschichte geschrieben: Am 24. Mai 2026 führte der LASK-Trainer seinen Klub mit einem 3:0-Auswärtssieg gegen Austria Wien zur österreichischen Meisterschaft. Kombiniert mit dem Pokalsieg ist er damit der erste österreichische Trainer, der den ÖFB-Cup in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit verschiedenen Vereinen gewinnt. Während Österreich feiert und Gerüchte über einen Wechsel zum VfL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga die Runde machen, stellt sich eine medizinisch wichtige Frage: Was macht der extremste Leistungsdruck mit dem menschlichen Körper?

Das Double als Karrierehöhepunkt und seine Schattenseiten

Kühbauer steht dieser Tage im Zentrum von Transferspekulationen. Der 53-jährige Tiroler hat seine Zukunft bei LASK noch nicht fixiert und soll laut Medienberichten vom 19. Mai 2026 in der engeren Auswahl für den Wolfsburg-Trainerposten stehen. Diese Phase, Hochleistung und gleichzeitige Ungewissheit über die berufliche Zukunft, ist psychologisch und körperlich ausgesprochen belastend.

Was viele Zuschauer nicht sehen: Hinter dem "Feierbiest", der mit seinen Spielern "We Are the Champions" singt, steht ein Mensch, dessen Nervensystem seit Monaten unter Extrembelastung arbeitet. Spieldruck, Medienarbeit, Taktikanalyse, Kaderplanung und der ständige Öffentlichkeitsdruck summieren sich zu einem Stressniveau, das selbst trainierte Hochleistungsträger an ihre Grenzen bringt.

Burnout nach Erfolg: Das "Post-Achievement Crash"-Phänomen

Ein Phänomen, das Sportmediziner gut kennen und das auch Trainer betrifft, ist der sogenannte "Post-Achievement Crash". Gemeint ist die körperliche und emotionale Erschöpfung, die nach dem Erreichen eines großen Ziels eintritt, wenn der Adrenalin-Pegel sinkt und der Körper erstmals wieder "atmet". Das Immunsystem, das während Hochdruckphasen unterdrückt wird, schaltet nach dem Ende der Belastung oft in eine Reaktionsphase: Häufige Infekte, Schlafstörungen und depressive Verstimmungen gehören zu den typischen Symptomen.

Laut dem österreichischen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at sollten psychische Stresssymptome ernst genommen werden, wenn sie länger als zwei bis vier Wochen anhalten und den Alltag beeinträchtigen. Bei Trainern und Führungskräften liegt dieses Zeitfenster häufig genau nach dem Ende einer intensiven Saison.

Warnsignale: Wann wird Stress zur medizinischen Gefahr?

Chronischer Stress aktiviert dauerhaft die sogenannte HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) und erhöht den Cortisolspiegel im Blut. Kurzfristig ist das hilfreich. Über Wochen und Monate hinweg führt es jedoch zu messbaren körperlichen Schäden:

Immunsuppression: Häufigere Infekte und verlangsamte Wundheilung sind erste Zeichen. Der Körper vernachlässigt Abwehrreaktionen zugunsten der Stressreaktion.

Herz-Kreislauf-Risiken: Bluthochdruck, erhöhte Herzfrequenz und ein gesteigertes Herzinfarktrisiko sind bei anhaltend hohem Cortisol klinisch belegt. Kühbauer ist mit 53 Jahren in genau jenem Lebensabschnitt, in dem diese Risiken statistisch deutlich ansteigen.

Schlaf- und Regenerationsstörungen: Wer schlecht schläft, erholt sich nicht vollständig. Das führt zu einem Teufelskreis aus Erschöpfung, erhöhtem Cortisol und weiteren Schlafproblemen.

Psychische Symptome: Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, emotionale Taubheit und der Verlust von Freude an Dingen, die früher begeistert haben, sind klinische Burnout-Warnsignale.

Österreichische Gesundheitsdaten zeigen, dass stressbedingte Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit im mittleren Lebensalter zählen. Führungskräfte und Trainer, also Menschen in sogenannten "High-Accountability"-Positionen, sind statistisch überproportional betroffen.

Was Sportmediziner für Hochleistungsträger empfehlen

Sportärzte und Psychiater sind sich einig: Prävention ist um ein Vielfaches wirksamer als die Behandlung einer manifesten Burnout-Erkrankung. Für Menschen in Spitzenpositionen gelten folgende medizinische Empfehlungen:

Regelmäßige körperliche Check-ups: Blutdruck, Herzfrequenzvariabilität und Laborwerte wie Cortisol und Entzündungsmarker sollten bei stark belasteten Führungskräften mindestens halbjährlich überprüft werden. Viele stressinduzierte Erkrankungen sind bei Früherkennung sehr gut behandelbar.

Psychologische Begleitung als Standard, nicht als Notfall: Im Leistungssport ist die Zusammenarbeit mit Sportpsychologen längst normalisiert. Für Manager, Selbstständige und Führungskräfte gilt dasselbe Prinzip: Präventive psychologische Beratung schützt vor dem Zusammenbruch.

Strukturierte Erholungszeiten einplanen: Urlaub und Pausen sind keine Schwäche, sondern medizinische Notwendigkeit. Besonders nach intensiven Arbeitsphasen wie einer Meistersaison braucht das Nervensystem Zeit zur Regeneration.

Soziale Einbindung schützen: Isolation verstärkt Stressreaktionen physiologisch. Familiäre Bindungen und Freundschaften sind nachweislich ein biologischer Schutzfaktor gegen chronischen Stress.

Warum das auch für Sie relevant ist

Die Geschichte von Dietmar Kühbauer ist außergewöhnlich, aber die zugrundeliegenden Mechanismen sind universell. Ob Trainer, Unternehmer, Elternteil oder Pflegeperson: Dauerhafter Leistungsdruck belastet jedes menschliche Nervensystem auf dieselbe Weise.

Das Problem: Viele Menschen warten zu lang, bevor sie professionelle Hilfe suchen. Die Stigmatisierung psychischer Erschöpfung ist in Österreich zwar rückläufig, aber nach wie vor eine Barriere. Dabei ist ein Arztbesuch bei anhaltenden Stresssymptomen kein Zeichen von Schwäche, sondern die konsequente Anwendung medizinischen Wissens auf das eigene Leben.

Spezialisten für stressbedingte Erkrankungen, Burnout-Prävention und psychosomatische Beschwerden stehen in Österreich zur Verfügung. Eine Erstberatung kann der erste Schritt sein, die eigene Gesundheit langfristig zu sichern. Ganz gleich, ob man gerade einen persönlichen Höhepunkt erlebt oder kurz vor dem Erschöpfungsbruch steht.

Auf Plattformen wie ExpertZoom finden Sie österreichische Ärzte und Gesundheitsexperten, die auf stressbedingte Erkrankungen spezialisiert sind und Ihnen helfen können, frühzeitig gegenzusteuern.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei konkreten Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

Was ein Arzt konkret überprüfen kann

Bei einem Check-up für stark belastete Führungskräfte stehen folgende Untersuchungen im Vordergrund:

Cortisol-Tagesprofil: Misst die Cortisolausschüttung über den Tag und zeigt, ob die Stressachse chronisch aktiviert ist. Ein erhöhtes Abendcortisol ist ein früher Hinweis auf dysregulierte Stressreaktionen.

Herzfrequenzvariabilität (HRV): Ein einfach messbarer Biomarker für die Erholungsfähigkeit des Nervensystems. Niedrige HRV ist mit erhöhtem Burnout-Risiko und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert.

Blutbild und Entzündungsmarker: Erhöhte CRP-Werte und veränderte Immunwerte können auf chronische Stressbelastung hinweisen, lange bevor Symptome im Alltag spürbar werden.

Psychiatrische Screenings: Kurze validierte Tests wie der PHQ-9 oder der Maslach Burnout Inventory helfen Ärzten, das Risiko für Depression und Burnout frühzeitig zu erkennen.

Das Ergebnis: Erfolg schützen durch Gesundheit

Dietmar Kühbauer hat mit dem Doppelsieg 2026 bewiesen, wozu Konsequenz, taktisches Können und emotionale Führungsstärke imstande sind. Was hinter jedem solchen Erfolg steht, sind jedoch Menschen mit Körpern, die unter extremem Druck arbeiten. Wer seinen Erfolg langfristig genießen will, ob im Profifußball oder im eigenen beruflichen Leben, muss auf die Signale des eigenen Körpers hören. Und manchmal ist der wichtigste nächste Schritt nicht der nächste Vertrag, sondern ein Arzttermin.

Burnout und psychische Gesundheit in Österreich: Was Arbeitnehmer wissen müssen

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