Am 30. Juni 2026 ließ Antonio Nusa ganz Norwegen jubeln: Der 21-jährige Flügelspieler von RB Leipzig traf bereits in der 39. Minute mit einem präzisen Curler ins lange Eck und sicherte Norwegen beim WM-Achtelfinale in Dallas ein 1:0 gegen die Elfenbeinküste. Ein Treffer, der nicht nur sporthistorisch bedeutsam war – Norwegen erreichte damit erstmals seit 1998 wieder eine WM-Runde der letzten 16 – sondern auch das Rampenlicht auf eine Frage richtet, die viele junge Profiatleten stellen sollten: Was macht man mit 21 Jahren und einem Jahresgehalt von 2,26 Millionen Euro?
Plötzlich Millionär: Der Nusa-Effekt und seine Tücken
Antonio Nusa ist kein Einzelfall. Immer mehr Talente unterschreiben bereits als Teenager oder kurz nach der Volljährigkeit Verträge, die ihr Leben finanziell auf den Kopf stellen. Der in Oslo geborene Angreifer wechselte 2023 von Club Brugge zu RB Leipzig – damals gerade 18 Jahre alt. Seitdem hat er sich nicht nur sportlich, sondern auch finanziell in einer völlig neuen Welt wiedergefunden.
Das Problem: Die meisten jungen Sportler wurden nicht darauf vorbereitet, mit derart hohen Einkünften umzugehen. Laut einer Studie der internationalen Spielergewerkschaft FIFPro haben rund 50 Prozent der Profifußballer bis zum Karriereende finanzielle Schwierigkeiten – obwohl viele von ihnen im Laufe ihrer Karriere mehr als zehn Millionen Euro verdient haben. Ähnliche Erfahrungen beschreibt auch der Fall Felix Nmecha bei der WM 2026, der zeigt, wie komplex Spielervermögen selbst bei etablierten Bundesliga-Stars sein können.
Typische Fehler junger Athleten mit großen Gehältern
Vermögensberater, die mit Profisportlern arbeiten, kennen die häufigsten Fallen:
Konsumfallen: Luxusautos, Designeruhren, teure Immobilien in Innenstadtlagen – der erste Reflex vieler junger Stars ist Konsum. Das ist menschlich verständlich, langfristig aber gefährlich. Wer früh einen großen Teil seines Einkommens verausgabt, baut kein stabiles Vermögen auf.
Fehlende Diversifikation: Viele Athleten investieren ausschließlich in Immobilien im Heimatland – ohne internationale Streuung, ohne Berücksichtigung von Währungsrisiken oder Marktzyklen.
Vertrauen ohne Kontrolle: Einige delegieren alle Finanzentscheidungen an Familienangehörige oder Berater, ohne selbst zu verstehen, was mit ihrem Geld passiert. Auch bei guten Absichten kann das schiefgehen.
Unterschätzte Steuerlast: Ein Jahresgehalt von 2,26 Millionen Euro bedeutet in Deutschland, wo RB Leipzig seinen Sitz hat, eine Steuerlast von bis zu 45 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Ohne professionelle Steuerstrukturierung bleibt deutlich weniger übrig als erwartet.
Wie legt man ein Millionengehalt als junger Sportler richtig an?
Ein erfahrener Vermögensberater empfiehlt in der Regel eine Dreiteilung:
1. Kurzfristige Liquidität (10–20 % des Nettoeinkommens): Tagesgeld, Geldmarktfonds oder kurzlaufende Staatsanleihen – für unvorhergesehene Ausgaben und laufende Kosten des Alltags.
2. Mittelfristiger Aufbau (30–40 %): Breit gestreute Aktienportfolios über kostengünstige ETFs auf globale Indizes wie den MSCI World, kombiniert mit Anleihen-ETFs. Ziel ist der Vermögensaufbau mit moderatem Risiko über einen Zeitraum von fünf bis fünfzehn Jahren.
3. Langfristige Absicherung (40–50 %): Immobilien in mehreren Ländern, Beteiligungen an Unternehmen, Private-Equity-Fonds oder Rentenversicherungsprodukte mit Kapitalgarantie. Der Fokus liegt hier auf der Zeit nach der aktiven Karriere.
Wer qualifizierte Beratung sucht, sollte laut der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) darauf achten, dass sein Berater konzessioniert ist und gesetzlich verpflichtet handelt, bevor größere Summen investiert werden.
Norwegen bei der WM 2026: Ein historisches Turnier
Dass Norwegen überhaupt das Achtelfinale erreichte, überraschte viele Beobachter. Das Team hatte seit 1998 keinen WM-Achtelfinalplatz mehr errungen. Mit Erling Haaland als Torjäger der Gruppenphase – vier Treffer in drei Spielen – und Antonio Nusa als kreativem Antreiber im linken Angriff wirkt diese Nationalmannschaft wie ein kollektives Talent-Experiment, das gerade Früchte trägt.
Nusas Treffer gegen die Elfenbeinküste war technisch bemerkenswert: Nach einer Verlagerung auf den linken Halbraum schloss er mit einem halbhohen Curler ins kurze Eck ab. Die 85.000 Zuschauer im AT&T Stadium in Dallas, darunter eine lautstarke norwegische Fangemeinde, rasten aus.
Die kurze Karriere: Warum frühe Vorsorge entscheidend ist
Ein Profifußballer hat im Schnitt eine aktive Karriere von etwa zwölf bis fünfzehn Jahren. Das bedeutet: Das hohe Einkommen ist zeitlich begrenzt. Wer mit 21 beginnt, klug zu sparen und zu investieren, kann mit 35 bereits finanziell unabhängig sein.
Für Antonio Nusa, der möglicherweise noch zehn oder mehr aktive Jahre vor sich hat, stellen sich genau diese Fragen jetzt. Legt er konsequent einen substanziellen Anteil seines Jahresgehalts zurück, könnte er bis zum Karriereende ein Vermögen aufgebaut haben, das ihn dauerhaft absichert – unabhängig davon, ob er später als Trainer, Unternehmer oder Privatperson lebt.
Was Österreicherinnen und Österreicher daraus lernen können
Das „Nusa-Prinzip" ist kein exklusives Thema für Millionäre. Die Grundsätze dahinter – früh anlegen, breit streuen, professionell beraten lassen – gelten für jede Einkommensklasse. Denn ob Gehaltserhöhung, Erbschaft oder Unternehmensverkauf: Plötzliche finanzielle Sprünge überfordern viele Menschen.
Vermögensberater empfehlen in solchen Phasen:
- Früh anfangen: Der Zinseszinseffekt belohnt frühe Anlegerinnen und Anleger überproportional.
- Emotionen heraushalten: Erfolge wie ein WM-Tor oder eine Gehaltserhöhung verführen zu Impulskäufen. Ein strukturierter Anlageplan schützt davor.
- Qualifizierten Rat einholen: In Österreich sind konzessionierte Vermögensberater gesetzlich verpflichtet, ausschließlich im Kundeninteresse zu handeln.
Wenn auch Sie nach einem finanziellen Einschnitt – Gehaltssprung, Erbschaft oder Karrierewechsel – Unterstützung benötigen, können Sie auf Expert Zoom einen qualifizierten Vermögensberater finden, der Ihre individuelle Situation analysiert und einen konkreten Plan entwickelt.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung dar. Für persönliche Empfehlungen wenden Sie sich bitte an einen konzessionierten Vermögensberater.

Markus Weber